lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Mudejares

Als Mudéjares werden Muslime bezeichnet, die im Laufe der Reconquista unter christliche Herrschaft gerieten. Im Allgemeinen durften sie bleiben und ihre Religion ausüben, wenn sie sich der nun christlichen Umgebung anpassten, hatten aber nicht alle Rechte.

Kopie von tol puertadelsol 015.800

                                       Puerta del Sol, Toledo

 Berühmt wurden sie durch ihre Kunstfertigkeit, bezeugt durch viele Beispiele, z.B. in der Baukunst.

 
Tol. II. 3 10. 800

                               El Christo de la Luz, Toledo

 Im Gegensatz zu den Hausteinbauten der christlichen Romanik und Gotik wurden vor allem Ziegel eingesetzt in Formen, die der christlichen Baukunst zum Teil fremd waren. Es gab eine interessante Vermischung der Stile, die profane und sakrale spanische Bauten prägten und zum Weltkulturerbe wurde.




Eibe gegen Eisen

Der Langbogen, ursprünglich aus Wales, später vorwiegend in der englischen Armee zu Hause war die überragende Fernwaffe im Hoch- und Spätmittelalter.

 

800px Longbow
Foto wiki - gemeinfrei

Ein schlichter Eibenstamm mit einer Sehne aus Lein entschied Schlachten, vor allem im Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Auch die Verbündeten Englands profitierten, wie z.B. die Portugiesen in der Schlacht von Aljubarrota, deren Ausgang uns indirekt das Weltkulturerbe Batalha schenkte.

Entscheidender als das Material aber war die Fähigkeit der hochspezialisierten Schützen. Hartes Training erlaubte ihnen eine rasante Schußgeschwindigkeit., Bis zu 10 Pfeile pro Minute rasten mit einer Geschwindigkeit von heute geschätzten 150 km/h auf die gepanzerten Gegner zu und durchschlugen viele Rüstungen.

Es ist nicht schwer sich die Pfeilwolke vorzustellen, wenn auch nur 1000 Schützen gleichzeitig feuerten. Es war der Untergang der arroganten französischen Adelskavallerie, die an überholten strategischen Konzepten festhielt. Die nach und nach große Popularität dieser Waffe in Westeuropa ist noch heute sichtbar: Eiben sind rar geworden. Der Bestand hat sich seit dem Mittelalter nicht erholt.




Bernhard II. zur Lippe

Er war eine der schillerndsten Figuren im Westfalen der Stauferzeit. Die Familie saß auf einer kleinen Burg am Fluss Lippe und hatte Streubesitz südlich und nördlich des (Teutoburger) Waldes. Nach dem Tod des Vaters übernahm Bernhard - jung - Besitz und Titel.

Treu verbunden blieb er während der nächsten Jahrzehnte Heinrich dem Löwen, für den er gegen den Erzbischof von Magdeburg, aber auch im Westen gegen Verbündete des Erzbischofs von Köln kämpfte. Vergeblich suchte er Soest zu erobern, wurde nun selbst zum Opfer.

 

IMG 5563 Bernhard II. Lippstad Kopie.800
Denkmal in Lippstadt

 

Auch als „Privatmann“ war er fehdefreudig, um das zurückhaltend auszudrücken. Später bekannte er seine Verfehlungen als er „lahm“ als Mönch in das von ihm mitgegründete Zisterzienser-Kloster Marienfeld zog, nicht ohne sich von seiner Frau und 12 Kindern offiziell zu trennen.

 

Lippstadt 5536 800
Große Marienkirche Lippstadt, Beendet 1250 -

Domikalgewölbe

 

Nach 10 Jahren verließ der das Kloster und machte sich auf nach Livland, um die „Heiden“ zu bekämpfen, wurde Abt des Klosters Dünamünde beim heutigen Riga. Einer seiner Söhne weihte ihn wenig später zum Bischof von Semgallen.

Neben den Fehden war er auch Städtegründer (Lemgo und Lippstadt), Erbauer von Kirchen, Klöstern und Burgen. Historiker schließen nicht aus, dass er als vermutlicher Begleiter Heinrich des Löwen ins Exil die angevinische Gotik im heutigen Frankreich kennenlernte und eine Bauhütte nach Westfalen holte.

Als er im damals biblischen Alter von über 80 Jahren starb, konnte er nicht ahnen, dass „sein Lippe“ als Grafschaft, Fürstentum und demokratischer Freistaat bis 1947 überleben würde.




Wort gehalten - Weltkulturerbe Batalha

Die Geschichte Portugals von einer kleinen spanischen Grafschaft bis zur endgültigen Unabhängigkeit von Spanien ist lang und verworren.

Keimzelle war die Grafschaft Portucale, die mehrfach gewisse Freiheiten erlangte und wieder verlor. Endlich, Mitte des 12. Jh., glaubten die Portugiesen, es geschafft zu haben. Das Land wurde unabhängig.

Aber Spanien gab nicht auf. 1365 rückte ein überlegenes Heer in Portugal ein.

 

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In seiner Not versicherte sich der regierende König Johann I. himmlischer Hilfe gegen ein Versprechen, im Falle seines Sieges ein mächtiges Kloster zu bauen.

Portugal siegte. Und im Gegensatz zu manchen anderen Fällen in der Geschichte stand Johann zu seinem Wort und bescherte so der Welt mit Batalha ein großartiges Kulturerbe.




Wasserspeier

Irgendwann las ich die Beschreibung einer mittelalterlichen Kathedrale bei Starkregen. Der Autor verglich das Bild mit einem gigantischen Brunnen, dessen Fontänen eine Wand aus Wasser um den Bau legten.

Die alten Baumeister ließen es sich nicht nehmen, auch solche technischen Konstruktionsteile üppig zu schmücken und ihnen damit eine gewisse Bedeutung zu verleihen.

 

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                       Kathedrale von Laon, (F), Anfang 13. Jh.

Die Figuren tragen dämonische Züge und sollen die Dome vor Bösem schützen. Die ab Beginn des 13. Jh. gefertigten Gestalten sind wohl die ältesten. Als Beispiel diene Laon.

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Würzburg, Marienkapelle, um 1400

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte tritt das Dämonische zurück. Die Figuren neigen nun zu spielerischem Unernst.




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