lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Abschied Benediktiner Siegburg

 

Vor 948 Jahren gründete Erzbischof Anno II. von Köln das Benediktinerkloster auf dem Michaelsberg - damals Siegberg - über der Stadt Siegburg.

 

Wenig später zogen Mönche ein und blieben mit kurzen Unterbrechungen bis jetzt.

 

Nach dem Jahre 2012 ist ein Benediktiner-Konvent hier Geschichte, besonders schmerzlich für einen Orden, der „Stabilitas“ zu einem seiner Grundsätze machte. Im Normalfall sterben Benediktiner in dem Kloster, in das sie eingetreten sind.

 

Die Gebäude bleiben erhalten. Die schwarz gekleideten immer freundlichen Fratres und Patres verkörperten in Siegburg Geschichte und erinnerten uns durch bloße Präsenz an Tugenden, wie Bescheidenheit, Disziplin und Spiritualität.

 

siegburg

 




Der Meister von Cabestany

 
Cabestany, ein Dorf in der Ebene des Roussillon, verdankt seinen kunstgeschichtlichen Ruhm einem vagabundierenden Bildhauer und dessen Tympanon aus der 2. Hälfte des 12. Jh. in der Pfarrkirche.
 
 

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Wie so oft im Mittelalter bleibt er anonym. So gaben ihm die Kunsthistoriker des 20. Jh., wie vielen seiner Kollegen vor und nach ihm, einen Notnamen.

 

Sie versuchten seine Skulpturen nach charakteristischen Ähnlichkeiten zu identifizieren. Dem Laien fallen als erstes die überlangen Hände auf, aber auch der an die Antike erinnernde Faltenwurf und, wenn man genau hinsieht, die gebohrten Öffnungen in den Augenwinkeln.

 

Die wiederum erinnern an Kapitelle in Klöstern wie Serrabone, nicht mehr al 50 km Luftlinie westlich, in den Pyrenäen.

 

Die Kunsthistoriker konnten seinen Weg von der Toskana über Südfrankreich bis nach Navarra verfolgen und gaben uns damit einen Einblick in die Reisefreude mittelalterlicher Meister.

 

Ein großartiger Forschungserfolg.

 




Die Brücke von Alcántara

 
Beim Rückblick in die Geschichte am Jahresende 2012 fällt auf, daß zwei der „Jubiläen“ auf der iberischen Halbinsel spielen. Überhaupt ist die Zeit der Reconquista eine der farbigsten Ereignisse mittelalterlicher Geschichte.
 

brücke von alcantara

 

Darüber ist viel geschrieben worden. Eines der besten Bücher, die ich kenne, ist

 

Die Brücke von Alcántara von Frank Baer,

Albert Knaus Verlag, München, 1988

ISBN-Nr. 3-442-72087-7 - 889 Seiten –

 

Der hervorragend recherchierte Roman spielt im 11. Jahrhundert in der Zeit der Taifas, Stadtstaaten, die aus den Trümmern des Kalifats von Córdoba entstanden waren.

 

Ich habe das Buch kürzlich zum zweiten Mal gelesen und war wieder begeistert.

 

San Miguel de Escalada

 

Asturische Vorromanik

 

Alfonso III.

 




Schwarze Löcher

Bei den ersten Begegnungen mit Backsteinbauten rätselte ich über in regelmäßigen Abständen angeordnete schwarze Löcher in den Wänden.
 

 

Nach einer Weile wußte ich, es waren Rüstlöcher, die waagerechte Balken aufnahmen. Quer darüber gelegte Bohlen bildeten die Arbeitsebene.

 

Diese Auslegergerüste wurden später durch Stangengerüste abgelöst, gesichert durch senkrechte Pfosten und Streben. Stricke verbanden das Ganze.

 

Sobald die Höhe der Wand das Aufmauern einer weiteren Backsteinlage unmöglich machte, wurde das Gerüst entfernt und weiter oben unter Verwendung der gleichen Hölzer wieder aufgebaut. Die Löcher blieben in der Regel in der Wand.

 

 

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An der Marienkirche in Wismar haben Mittelalter-Liebhaber ein Stangengerüst nachgebaut.

 

Die Wiederverwendung der Hölzer hatte vor allem einen Grund: Holzmangel.

 

Riesige Urwälder waren Feldern und Wiesen gewichen. Der erhaltene Rest wurde stark beansprucht: Englische Wälder schwammen als Kriegsschiffe auf den Weltmeeren, ganze Forste verbrannten unter den Salzpfannen, z.B. in Lüneburg. Die riesigen Dachstühle der großen Kirchen verbrauchten viel Holz. Köhler und Glashütten hatten großen Bedarf, dazu kam der Hausbrand.

 

Siehe auch: Decken und Gewölbe

 

 




Bernhard von Clairvaux war der Gründer des Zisterzienserordens

 

Sie stutzen? Dann liegen Sie richtig. Aber diese Fehlmeldung liest und hört man immer wieder.

 

Bernhard, später heilig gesprochen, war einer der beeindruckendsten Männer seines Jahrhunderts. Den Gründerruhm aber hat er nicht verdient. Er war der vierte Abt des Gesamtordens.

 

Ordensgründer war Robert. Er wollte zurück zu den in Cluny vernachlässigten wahren Regeln des hl. Benedikt. Nach einigen Enttäuschungen in konventionellen Benediktinerabteien gründete er ein Kloster in Molesme. Nach internen Schwierigkeiten zog er 1098 mit 21 Mönchen ins ebenfalls burgundische Cîteaux. Papst Paschalis II. bestätigte den nach diesem „Ur-Kloster“ benannten Orden.

 

Bernhard trat erst 1112  mit 30 Gefährten als Novize ein, als Stephan Harding den Orden leitete. Schon 1115  wurde Bernhard Abt des Tochterklosters Clairvaux. Erst später wurde er zum Leiter des Gesamtordens gewählt.

 

Die Falschmeldung hängt wohl damit zusammen, daß mit Bernhards Eintritt die erstaunliche Ausdehnung begann. Gab es 1112 vier oder fünf Klöster, waren es 1153, bei seinem Tod, 365 Abteien. Fontenay (Bild) ist eine der Ältesten.

 

burgund

 




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