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Mörtellose Gotenbauten

In der Antike und in primitiveren Kulturen wurde oft ohne Mörtel gebaut. Prominentes Beispiel sind die ägyptischen Pyramiden.

 Die Inka wuchteten tonnenschwere Steinblöcke ohne Mörtel aufeinander.
Noch im 17. Jh. wurden die Trulli in Apulien in dieser Technik errichtet.

Das Grabmal des Ostgotenkönigs Theoderich in Ravenna (um 520) ist mörtellos gebaut, aber auch – und das ist auffällig – die meisten der kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien, fast alle aus dem 7. Jh.

 

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https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/spaetantik/grabmal-theoderichs-des-grossen

 

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Ost- und Westgoten bedienten sich der gleichen Technik, obwohl sich die Brüdervölker am Ende des 3. Jh. getrennt hatten.

 https://wernernolte.de/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/vorkarolingisch/santa-maria-quintanilla-de-las-vinas-burgos

Die Frage ist, ob es zwischen den Ostgoten in Italien und den Westgoten auf der iberischen Halbinsel noch enge Verbindungen gab. Immerhin war Theoderich der Große für einige Jahre König auch der Westgoten. Seine Tochter heiratete einen westgotischen Adligen.

Könnte also ein Beispiel mörtellosen Bauens aus dem 6. Jh. (Grabmal Theoderich) Vorbild für die kleinen westgotischen Kirchen im heutigen Spanien sein, die mehr als 100 Jahre später errichtet wurden?

Man kann es nicht ausschließen.

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