lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
  • Aktuelle Seite:  
  • Home
  • Schicksal Altai
 
 
 
 
 
 
 

Roman

Schicksal Altai - Im Schatten von Hermannsdenkmal und Gora Belucha

 
 
 Sie können ihn bestelllen bei rund 6000 Buchhändlern 
 und unter anderem hier:
 
 
 
 
 
 
 
Preis Taschenbuch: 11,99 EUR
 
 Preis E-Book: 3,99 EUR
 
 
 
 
 
 
Die ersten Rezensionen sind bei Amazon erschienen.
Leser finden das Buch spannend bis gar schlafraubend, loben die detailgenaue Beschreibung des Lebens unter dem Nazi-Regime und die umfassende Recherche.
 
 
 
Ab und zu werden zwei nahe liegende Fragen gestellt:
 
„Was bringt einen Autor im 21. Jh. dazu, fiktiv über das Leben nach dem Sieg Nazi-Deutschlands zu schreiben“?
 
Und: „Was hat das Altai-Gebirge damit zu tun?“
 
 
 
Die Antworten:
 
Über Jahrzehnte haben mich Kindheitserinnerungen aus der NS-Zeit nicht los gelassen.
 
Zum einen die immer wieder gehörten Worte meiner Oma,
„Wenn Hitler den Krieg gewinnt, gehen wir alle nach Sibirien“. 
 
Ich verstand das nicht, wurde uns der Glaube an den „Endsieg“ doch überall und immer eingebläut.
 
Später begriff ich, dass meine Familie zu den Unzuverlässigen zählte, den nicht „Linientreuen“, die Witze rissen über die „Goldfasanen“ und den „Gröfaz“, die schon mal vergaßen, die Hakenkreuzfahne zu hissen und bei der Schweineschlachtung mogelten.
 
Die Voraussage meiner Großmutter war mehr als berechtigt.
 
 
Dann war da die Lektüre eines Buches über das riesige Altaigebirge. Die Beschreibung der Berge, Gletscher, Seen und der unendlichen Taiga prägten sich tief ein.
 
So versuchte ich, beides zu einem Roman zu verarbeiten. Es hat Jahrzehnte gedauert, ehe ich begann. Die Vorstellung eines Nazi-Sieges war zu fürchterlich. Doch dann erschienen immer mehr Bücher zu diesem Thema, und ich fand den Mut, mein Buch zu veröffentlichen.
 
Ich war froh über die Gelegenheit, einige der Nazi-Verbrechen zu thematisieren, wie die Massenmorde an Zivilisten hinter den Linien und die verbrecherischen Folgen der Ideologie der „Rassereinheit“ am Beispiel von Anna, einer 17-jährigen russischen Zwangsarbeiterin.
 
Schließlich ist ein Roman entstanden, in dem historische Fiktion vermengt ist mit einer Zeitzeugenbeschreibung des Lebens in meiner Heimat Lippe zu Zeiten des „Totalen Krieges“.
 
 
 
 
 
 
 
Leser schätzen auch die Vielschichtigkeit des Buches: Historische Fiktion, Agententhriller, Erotik, Verbrechen der Nazis, wie z.B. Reinhaltung der Rasse, das Altai-Gebirge, Heimatgeschichte und manches mehr. Unten einige Lesebeispiele.
 
 
 
Flug über das Altai-Gebirge (Auszug)
 
Situation:
Der im Altai kommandierende General Kurzbauer im Fieseler Storch auf Inspektionreise.
 
   Gehorsam sprang der Argus AS-10-Motor an. Der hölzerne 2-Blatt-Propeller begann sich zu drehen, bis er sich schließlich in einem schwirrenden Kreis auflöste. Schnee wirbelte hoch. 240 PS brummten beruhigend. Die Auspuffrohre verschmutzten mit blau-schwarzen Abgasen den Schnee. Leises Vibrieren ging durch den Flieger.
 
 
   Vater schob den Gashebel weiter vor, löste die Parkbremse. Die Kufen des Hauptfahrwerks glitten über den Schnee. Der Feldwebel drückte sanft den Steuerknüppel nach vorn. Das Spornrad löste sich vom Boden, die Nase senkte sich und gewährte ihm freie Sicht auf die „Startbahn“. Schneller und schneller wurde der Vogel, bis Vater den Knüppel zu sich heran zog und sich die Maschine unglaublich früh vom Boden löste. Der Storch war gestartet.
 
 
   In flachem Steigflug ging er auf Südost-Kurs und überflog die in den Schnee geduckten Hütten des Weilers Rybalka zur Rechten.
 
 
   Kurzbauer hatte seine Karte auf den Knien und orientierte sich. Ungeduldig sah er hinunter zum vereisten Fluß. Blaue Schatten lagen über großen Teilen der Landschaft. Über den schon von der Sonne gestreichelten Wiesen und Wäldern des Westufers hingen zarte Dunstschwaden. Die Inseln im Flussbett wurden kaum kleiner.
 
 
   Sie überflogen jetzt die erste mit kleinen Inseln bestückte große Flusskehre. Der Katun änderte hier seinen Nordost-Kurs brüsk nach Nordwest. Am Ostufer zog sich, gesäumt von Waldstreifen, das Band der M 52 durch eine Schwemmebene. Jenseits des Flusses erhob sich das bewaldete Prallufer nur einhundert Meter. Landeinwärts die Eisfläche eines kleinen Sees. Dies war Mittelgebirgslandschaft. Ein reizvolles Urlaubsparadies, aber nicht zu vergleichen mit dem majestätischen Hochgebirge im Süden.
 
   Vater folgte dem Flusslauf. Das hier weite Bett lag zwischen flachen Ufern. Das Westliche war bewaldet. Darüber weitete sich eine hügelige kahle Hochfläche, tief verschneit. Die Morgensonne zauberte lange Schatten im Westen kleiner Hügel. Am Beginn einer kurzen Geraden überflogen sie das Dörfchen Sousga, von der M 52 durchschnitten. Der General stutzte, griff zum Glas. Eine einsame Gestalt führte eine Kuh am Strick durch den Schnee entlang der einzigen befestigten Straße des Altai. Die Person blieb stehen, legte eine Hand über die Augen und sah hoch. Was mochte sie denken?
 
 
   Kurzbauer sah wieder hinunter. Hier wurde die Landschaft wilder. Wieder wurde der Fluss in der Biegung von zahlreichen Inseln in seinem Lauf behindert.
 

    Das müssen reißende Stromschnellen sein im Sommer’, dachte er.

   Wald auf beiden Ufern. Voraus, vor der nächsten Biegung machte er auf einer flachen Terrasse zur Linken das Dörfchen Manzherok aus, mit dem ersten Kontroll-Posten der 39er seit Oirot-Tura.

   Und wieder eine dieser unglaublichen Kehren, der Fluss treu begleitet von der Straße. Weiterhin viel Wald. Rechts ein höherer bewaldeter Berg, vielleicht 600 Meter hoch.

 

 

Historische Fiktion
 
Situation:
In einem Geheimtreffen schildert ein Kamerad aus der Organisation Canaris dem von den Nazis verfolgten ehemaligen Major und Ritterkreuzträger Nacke – er ist die Hauptfigur des Buches - die politische Situation.
 
...„Im Reich hat sich, unbemerkt von der Allgemeinheit, vieles verändert. National und konservativ gesinnte Marschälle und Generäle verbündeten sich mit Bormann. Das Ziel, Entmachtung der SS und Beseitigung Himmlers.
 
Bormann wollte den gefährlichsten Rivalen beseitigen. Die siegreichen Generäle wollten keine bewaffnete Macht neben der Wehrmacht und schon gar keine SS-Diktatur. Ein großdeutsches Reich, ja, unter nationalsozialistischer Führung. Das war der Preis.
 
Die Abwehr organisierte eine Reihe von „Unfällen“. Das eliminierte die SS-Spitze. Der Sicherheitsdienst der SS unter Heydrich aufgelöst, Heydrich bei einem Unfall getötet.
 
Das OKW zersprengte durch entsprechende Marschbefehle und Neuaufstellungen die SS-Divisionen. nahm ihnen die schweren Waffen. Die verbliebenen SS-Verbände werden nach und nach aufgelöst.
 
Die Luftwaffe war auf unserer Seite. Görings Bedingung war der Erhalt seiner bisherigen Stellung als nominelles Staatsoberhaupt.
Die Macht teilen sich Bormann als Reichskanzler und Rommel als Oberbefehlshaber der Wehrmacht. Sie ist, und mit ihr die Abwehr, für die äußere Sicherheit zuständig. Die Wehrmacht hat aber in vielen anderen Bereichen ein Mitspracherecht.
 
„Hitler ist willenlos, krank und drogenabhängig in Bormanns Gewalt, der Morell gekauft hat. Die Parteispitze hat den Führer geschickt der Realität entrückt und ihn unnahbar auf einen Sockel gestellt. Offiziell steht er über allem, der Führer eben. In Wirklichkeit lebt er völlig abgeschirmt und bewacht von Einheiten des Heeres und der Abwehr auf dem Berghof. Wenn du ihn gelegentlich in der Wochenschau siehst, immer aus der Ferne, bewunderst du vermutlich einen der hauptberuflichen Doppelgänger.“
 
 
Handwerk
 
In der rußschwarzen Schmiede „An den Kämpen“ nahm Fritz Nacke das Flacheisen mit der großen Zange vom Amboss und schob es wieder in die Glut. Er horchte nach draußen, ehe er den ledernen Spitzblasebalg
trat. Es war gleich halb acht, und sein neuer Lehrling war nicht erschienen. Das war ungewöhnlich. Helmut Detering hatte Interesse gezeigt. ‚Ein bißchen dürr, der Junge, aber anstellig. Na, wird krank sein‛ mutmaßte der Schmied. Und, ‚wenn das man nicht einreisst.‛
Er nahm das gelbrot glühende Eisen aus dem Feuer, legte es nach prüfendem Blick auf den zweihörnigen Amboß. Es verformte sich unter den zielsicheren Schlägen des schweren Hammers.
Noch ehe er den Blasebalg treten konnte, knirschten Schritte auf dem Vorplatz, verhielten vor der offenen Tür. Der Schmied erkannte Karl Deterings breite Silhouette. „Korl, kumm herrin. Heuer mol, wo ess de Bengel? Krank?“
 
Detering schob sich zögernd näher. Nacke hielt ihm den rechten Ellenbogen zur Begrüßung hin während fauchend die Luft aus dem Blasebalg in die Glut fuhr. Funken sprühten.
 
Der Besucher berührte kurz den schwarz behaarten muskulösen Unterarm und murmelte ein „Moin.“ Nacke hielt den Arbeiter in einer Pantoffelfabrik für einen Schwätzer. Doch heute schwieg er. Deterings Augen hafteten auf seinem derben Schuh, der mit einem Stück schwarzer Schlacke spielte.
 
„Gong mol do dänne“, brummte der Schmied, schroffer als beabsichtigt.
 
Während die Zange das Werkstück wieder auf den Amboß schob, fragte er: „Was ist los mit Dir? Das ist keine Schande, wenn der Junge einen Tag fehlt.“
 
„Also, äh,..ehm, er will eigentlich überhaupt nicht mehr kommen.“
 
„Was heißt das?“, fragte Nacke scharf. „Hör mal, der Junge hat Interesse an der Arbeit“.
 
Detering schluckte. „Ja, ja, vielleicht, aber das hier ist trotzdem nichts für ihn. Jedenfalls wird er nicht mehr kommen.
 
Nacke vergaß einen Augenblick, den Blasebalg zu treten. Sein Erstaunen wandelte sich in Zorn. Der Kerl log, das war offensichtlich.
Er atmete tief durch und fuhr mit seiner Arbeit fort.
„Sag mir den wahren Grund“, forderte er ruhig. „Und erinnere Dich, Du hast mich angefleht, Deinen Jungen in die Lehre zu nehmen.“
Detering ersehnte einen Ortswechsel. Er wischte den Schweiß von der Stirn, mit einem großen weißen Taschentuch, das längst in die Waschmaschine gehörte.
 
Nacke bearbeitete das Eisen. Das verschaffte
dem Besucher Zeit. Als das Werkstück abermals im Feuer war, setzte er wieder an.
 
„Ja, also, nun ja, da ist das Gerede um Deinen Sohn.“ Er hob abwehrend die Hände. „Ich gebe ja da nichts drum, aber die Leute, und Minna meint auch...“
Seine Stimme versagte, als der Schmied sich ihm, den Hammer in der Faust, voll zuwandte.
 
„Raus!!“
 
Detering pfiff auf jede Selbstachtung und stürzte aus der Tür. Der Schmied sah ihm, den Hammer halb erhoben, nach. Das war unglaublich, dieser Quatsch. Lina hatte schon zu leiden. Jetzt ging es auch hier los. „Aber nicht mit mir“, brummte er.
 
Heftig sauste der Hammer im Wechsel auf Werkstück und Amboß. Funken sprühten auf seinen Lederschurz.
 
 
 
 
 
 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.