lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
 

Chronologien Jahrhunderte

Das 12. Jahrhundert:

Balten und Elbslawen

 

Slawenburg Groß Raden
St. Johanneskirche Riga (13. Jh. - Foto Inge Herrmann, Siegburg)

 

Die Balten

Anders als die Elbslawen werden die baltischen Völker mit dem römischen Christentum erst gegen Ende des 12. Jh. massiv konfrontiert.

 

Die deutsche Mission, zunächst friedlich und wenig erfolgreich, geht einher mit dem Handel. Auch die Dänen sind beteiligt.

Aber am Ende des 12. Jh. erleidet das Gebiet einen ersten - erfolglosen - Kreuzzug, der im folgenden Jahrhundert durch gewaltsame Eroberung abgelöst wird.

Die Elbslawen

Sie hatten schon im 10. Jh. trübe Erfahrungen mit christlicher Mission gemacht.

Auch im 12. Jh. gibt es keine umfassende politische Einheit in ihrem Gebiet. Nur der christliche Abodritenfürst Heinrich hatte in Ostholstein und Mecklenburg einen losen Staatenbund geschaffen, der nach seinem Tod 1127 zerfällt.

1147 beginnt mit dem sogenannten „Wendenkreuzzug“ eine neue Heimsuchung. Neben Hochadel und hoher Geistlichkeit sind Heinrich der Löwe und Albrecht der Bär die Schlüsselfiguren.

Mit ausdrücklicher Billigung des Papstes Eugen III. hatten sich Adel und hohe Geistlichkeit im gleichen Jahr dem misslungenem Kreuzzug Konrads III. ins Heilige Land mit Hinweis auf die Heiden vor ihrer Haustür entzogen, wohl wissend, dass in Palästina eher Verwundung und Tod warten als Reichtum und Land.

 

denkmal-svantevit
Modernes Denkmal des viergesichtigen Slawen-Hauptgottes Svantevit an der Seebrücke im Ostseebad Wustrow (Christine Dewerny)

Erst um 1160 gelingt es Heinrich dem Löwen das Gebiet der Abodriten und Wilzen unter dem Abodritenfürsten  Niklot zu erobern.

Nach Aufständen und Zwangstaufe erhebt Heinrich 1167 Pribislaw, den Sohn Niklots, zum Fürsten und Vasallen und damit zum Vater des mecklenburgischen Herzoggeschlechts.

 

Ende des Jahrhunderts fällt Mecklenburg für fast 50 Jahre unter dänische Herrschaft.