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Wie hoch ist der Wert des Kölner Domes?

11.03.2015 10:27:22
 
Es fällt mir auf, dass ein alter Blogeintrag mit dem Titel: „Wie viel kostet der Kölner Dom?“ wieder häufig aufgerufen wird und vermute, dass die kürzlichen Meldungen über den Buchwert des Denkmals der Grund sind.
 
Für alle Leser, die nicht im Dunstkreis der Kölner Regionalpresse wohnen, hier einige Hinweise.

Der Dom hat einen Buchwert von 27 Euro!!! (siebenundzwanzig).
 
Wie das? Wenn Fachleute die Neubaukosten auf wohl inzwischen 3 Milliarden Euro schätzen?
 
Dom von Ost
 
Der tatsächliche Wert des Domes, so wie er als Gesamtkunstwerk vor uns steht, ist nicht zu schätzen und wird nicht benötigt. Der Dom – wen wundert’s – ist unverkäuflich.
 
In den Büchern des Erzbistums muss gleichwohl ein Eintrag stehen, als Erinnerungsposten sozusagen. Als könne man vergessen, einen Dom zu haben. Vorschrift ist Vorschrift.
 
Warum 27 Euro? Der Dom steht auf 26 Grundstücken, bewertet mit je einem Euro - plus einem ganzen Euro für den Dom.
 
Ich schlage vor, wir lassen den Dom nicht nur in Kölle, sondern erhalten uns uneingeschränkt die Bewunderung dieser Spitzenleistung gotischer Baumeister, auch wenn er nur mit einem Euro im Buche steht.
 
 


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Abhänglinge

26.02.2015 15:37:34
 

Dieses hässliche Wort aus dem Fachvokabular der Architekten steht für etwas sehr Attraktives - den hängenden Schlussstein, der im Normalfall am höchsten Punkt eines Rippengewölbes thront.

 

Aber wie oft am Ende einer großen Stilepoche war die Kraft für grundlegende Neuerungen auch in der Gotik aufgebraucht. Die Baumeister versuchten sich in ästhetischen Spielereien.

 

 
Fächergewölbe Abteikirche Bath (E), Kopie aus dem 19. Jh., nach mittelalterlichem Vorbild
 
 
Wer genau hinsieht wird hängende Schlusssteine gelegentlich auch in deutschen Kirchen finden. Manchmal sind sie nur angedeutet, z.B. in Form eines Knaufes.
 

Auch ganze Hängegewölbe sind zu bewundern, die reine Schmuckfunktion haben.
 
 
 
Hängegewölbe St. Pierre. Caen (F), Spätgotik
 

Doch es bieten sich dem Betrachter noch andere abenteuerliche Gebilde: Abhänglinge, als eigenständige Konstruktion an der Decke befestigt und nicht in das Gewölbe integriert.



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Eine Braut mit Mängeln

22.01.2015 15:44:51


Das Mittelalter kennt große Frauen und Herrscherinnen. Aus ihnen ragt Teophanu hervor, Kaiserin und Regentin des ottonischen Reiches im 10. Jahrhundert.
 
Otto I., Kaiser von >>962 bis 973 suchte aus politischen und Prestige-Gründen eine engere Verbindung zu Byzanz, das sich als Erbe der römischen Cäsaren verstand.
 
Heiratspolitik bot sich an. Der Thronerbe - später Otto II. - war im heiratsfähigen Alter. So schickte der Hof eine Delegation nach Byzanz mit dem Auftrag, nach einer purpurgeborenen Braut, d.h. einer Kaisertochter, Ausschau zu halten.
 
Es kam Theophanu, nicht Tochter, sondern Nichte des Basileus. Die Enttäuschung am ottonischen Hof war groß, trotz des überaus wertvollen Brautschatzes. Teile sollen nach einer wissenschaftlichen Hypothese in der Kanzel Heinrichs II. im Dom zu Aachen verarbeitet worden sein
 
 
.
 
Ambo im Dom zu Aachen
 
Der Hof erwog, das Mädchen zurückzuschicken. Aber entweder verfügte Otto I. über gute Menschenkenntnisse oder er scheute den Eklat. Theophanu blieb, heiratete ihren 17-jährigen Bräutigam, den späteren Kaiser Otto II. >>(967-983), verteidigte nach dessen Tod resolut Krone und Thron für ihren 3-jährigen Sohn gegen einen bayrischen Verwandten, der nicht grundlos den Beinamen „Der Zänker“ trug und übernahm die Regentschaft für den späteren Otto III..
 
 
 Sarkophag Theophanus in St. Pantaleon Köln
 
Die Kaiserin starb 991 (36 oder 31 Jahre alt), 4 Jahre vor der Kaiserkrönung ihres Sohnes, Otto III. Sie ruht in einem weißen Marmorsarkophag in St. Pantaleon in Köln.
 
Die ebenfalls hoch angesehene Adelheid, Witwe Ottos I., übernahm die Regentschaft.
 
 

 



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Ein Blick zurück in die Geschichte

30.12.2014 09:09:32
 
 

Am Jahresende lohnt der immer.

 

Vor 1000 Jahren

 

wurden dem letzten Kaiser aus dem sächsischen  Geschlecht der Liudolfinger, Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde, von Papst Benedict VIII. in Rom die Kaiserkronen aufgesetzt. 10 Jahre später beginnt mit Konrad II. die Dynastie der Salier

.

 

 

Vor 800 Jahren 

 

besiegte in der Schlacht von Bouvines König  Philipp II. von Frankreich ein Heer unter dem

Welfen Kaiser Otto IV. und dem englischen König Johann Ohne Land. 

Der Verfall dessen angevinischen Reiches beschleunigte sich.

 

 

 

Vor 700 Jahren 

 

wurde der Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, in Paris verbrannt.

Die Vernichtung des Ordens,geplant vom französischen König Philipp IV und

unterstützt vom Papst, war abgeschlossen

 

 

Vor 600 Jahren

 

begann das 2 Jahre währende Konzil in Konstanz. Angestrebt und erreicht

wurde die Beendigung des sogenannten Großen  Abendländischen Schismas,

das 1378 mit der Wahl eines Gegenpapstes begonnen hatte.

 

Im Zuge der Bekämpfung der Ketzerei wurde der böhmische Reformator Jan Hus,

trotz Zusicherung freien Geleites durch Kaiser Sigismund, verbrannt.

 

 

 

 



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Allen Besuchern Dank für ihr Interesse

und die besten Wünsche

 

 

 

 für ein

 

 

 

  Gutes und erfolgreiches Neues Jahr

 

 


 

 

 

 





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Köln feiert...

15.12.2014 17:38:01

 

Karneval? Wäre nicht erwähnenswert, weil normal.

 

Nein, es wird gefeiert der 850. Jahrestag der Ankunft der Gebeine der Heiligen Drei Könige, die Barbarossa im unterworfenen Mailand dem Erzbischof von Köln und Reichskanzler Rainald von Dassel geschenkt hatte.

 

 

Die Heiligen Drei Könige – Mosaik in San Apollinare Nuovo, Ravenna (6. Jh.)

 

Die Reliquien hatten große Bedeutung für Stadt und Erzbischof. Köln wurde zu einem der großen europäischen Pilgerziele mit entsprechenden Einnahmen. Der Erzbischof versprach sich eine Stärkung seiner politischen Stellung im Reich.

 

Für die Gebeine wurde in der Werkstatt des Nikolaus von Verdun in 40-jähriger Arbeit (um 1200) ein goldener mit Edelsteinen besetzter Schrein geschaffen, der nun im Domchor seinen Platz hat. Er soll das größte und wertvollste Reliquiar des Mittelalters sein.

 

Der Schrein wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert, zuletzt aufwändig nach dem 2. Weltkrieg. Im Verlauf dieser Arbeiten untersuchte man das Alter der Reliquien nach neuesten wissenschaftlichen Methoden. Ergebnis: Alter etwa 1900 Jahre.

 

So ein Mitarbeiter der Dombauhütte vor vielen Jahren im Rahmen einer Führung. Er stellte selbst die Frage: Sind es nun die Gebeine der Drei Könige? Und gab auch eine bedenkenswerte Antwort: „Sollten sie es nicht sein, sind sie doch durch ihr schieres Alter der Anbetung würdig.“

 

 


 

„Bernwardtüren“, Bronze, Dom zu Hildesheim (nach 1015)

 

Mittelalterliche Künstler haben sich des Themas häufig angenommen. Besonders beeindruckend die Darstellung auf den „Bernwardtüren“ in Hildesheim.

 

 

 



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