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Vorkarolingische Kirchen

 

Zwischen antiker und karolingischer Baukunst sind Kirchenbauten der Merowinger, Westgoten, Angelsachsen und Langobarden erhalten. Unabhängig voneinander und regional unterschiedlich entstand tastend diese Architektur im Steinbau unerfahrener germanischer Baumeister. Und doch: Zögernd entsteht hier Neues, von dem wir manches, wie Skulpturenelemente und Zellenquerbau in späteren Kunstepochen wieder finden.

 

Santa Maria, Quintanilla de las Vinas (Burgos)

Santa Maria, Quintanilla de las Vinas in Spanien

Wer erinnert sich noch der Kunst der Westgoten, deren Reich 711 unter dem Ansturm islamischer Heere aus Nordafrika zusammenbrach? Es sind interessante Architekturbeispiele erhalten, zum Beispiel die einsame Klosterkirche Santa Maria de las Vinas in der Provinz Burgos, mörtellos gefugt aus sauber behauenen Quadern, geschmückt mit altertümlich anmutenden Reliefs. weiter >>


St. Laurence, Bradford-on-Avon

St. Laurence, Bradford-on-Avon in Großbritannien

"Angelsächsische Kirchen? Habe ich nicht gesehen", sagt mancher Englandfahrer. Das überrascht nicht. Die normannischen Eroberer haben 1066 die bescheidenen Bauten der Besiegten dem Erdboden gleich gemacht. Der Zahn der Zeit tat ein übriges. St. Laurence ist eine der wenigen erhaltenen Bauten. weiter >>


Die Merowingischen Krypten von Jouarre

Jouarre

Was oder wo ist Jouarre? Sie wissen es nicht? Keine Bildungslücke, es sei denn, Sie sind Experte auf dem Gebiet frühfränkischer Kunst, von der wenig erhalten ist. Das Dorf in der Champagne aber beherbergt die ältesten merowingische Krypten. weiter >>

Nach dem letzten Aufblühen der Spätantike zerbricht im Westen des ehemaligen römischen Reiches endgültig die alte Ordnung. Trotz Vernichtung des Ostgoten- und Wandalenreiches durch den oströmischen Kaisers Justinian I. wird Byzanz nach dessen Tod (565) aus den meisten eroberten Gebieten im ehemaligen weströmischen Reich von Germanen (in Nordafrika von Arabern – ab 1. Hälfte 7. Jh.) wieder verdrängt.

 

Wie auf anderen Gebieten gibt es einen tiefen qualitativen und künstlerischen Abfall auch in der Architektur. Die alten Kenntnisse und Fähigkeiten gehen zum großen Teil verloren. Die neuen Herren bauen in der Regel in Holz. Die vielen nach den Quellen beeindruckenden Holzbauten, von denen norwegische Stabkirchen - älteste erhaltene aus dem 11. Jh. - eine Vorstellung geben, sind fast alle untergegangen.

 

Es werden einige Jahrhunderte vergehen bis in der karolingischen Renaissance, zunächst beschränkt auf das Frankenreich und noch auf antiken Grundlagen, der Wiederaufstieg der Architektur beginnt, der dann nach weiteren Jahrhunderten - über die Romanik - in den gotischen Kathedralen gipfelt.

 

Obwohl es allein im Frankenreich in der hier betrachteten Zeit über tausend Sakralbauten gegeben haben soll, sind nur wenige Steinbauten erhalten, z.B. aus merowingischer Zeit die Krypten von Jouarre, die Basilika St. Pierre in Vienne und das Baptisterium in Poitiers, ein Zentralbau.

 

Die Langobarden, auf altem römischen Boden Nachfolger der Ostgoten, führen spätantikes Bauen mit eigenen Elementen fort. Davon zeugen gegen Ende ihrer Herrschaft beachtliche Steinbauten, z.B. in Cividale und anderen langobardischen Zentren.

 

In England überstand eine Anzahl angelsächsischer Kirchen den Zahn der Zeit und die Vernichtung durch die normannischen Eroberer (ab 1066). Von den westgotischen und ihnen folgenden asturischen Bauten sind beachtliche Beispiele erhalten.

 

Im Süden der iberischen Halbinsel zeigen nach dem Untergang des westgotischen Reiches (711) Baumeister aus einem völlig anderen Kulturkreis, dem Islam, ihr Können.

 

Einige der bescheidenen Bauten dieser Epoche habe ich kennengelernt.











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