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Profanarchitektur

Profane Backsteinarchitektur an der Ostsee - Einleitung


Lehmhütten wichen prächtigen Bürgerhäusern, Palisaden wehrhaften Mauern und Türmen, geduckte Kirchlein mächtigen Basiliken. Aus Abermillionen von rot-braunen Backsteinen schufen Einwanderer in 3 Jahrhunderten eine einmalige Architektur.
 

Zur Geschichte

Nachdem die Ottonen im 10. Jh. mit dem Versuch gescheitert waren, die eigene Herrschaft dauerhaft auf slawische Gebiete östlich der Elbe auszudehnen (>>Markgraf Gero und die ottonische Ostexpansion), schienen die christlichen Herrscher der nächsten Generationen diesen Versuch aufgegeben zu haben.

 

Das bedeutete keinen Frieden. Es kam zu weiteren Versuchen friedlicher Christianisierung, aber auch zu Überfällen der Slawen und Rachefeldzügen der Gegenseite. Auch die „Heiden“ untereinander bekriegten sich, weil einige Teilherrscher das Christentum angenommen hatten. Alles in allem gab es aber keinen Versuch, slawisches Gebiet zu erobern und dauerhaft zu besetzen.

 

 

 
     
 
 

Viergesichtige slawische
Gottheit Svantevit
an der Seebrücke von Wustrow (Fischland)
 
 

Gedenktafel
Klosterkirche Doberan
 
 

 

Trotzdem waren die slawischen Führer, ihre heidnischen Stammesgebiete umgeben von christlichen Sachsen im Westen und Polen im Osten, in einer strategisch unbequemen Situation.
 

Unabhängig von religiösen und politischen Überlegungen wanderten wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte schon vor der Mitte des 12. Jh. Menschen aus dem Westen in östliche Gebiete, z. B. nach Ostholstein, das der Graf von Schauenburg den slawischen Wagriern abgenommen hatte. Auch wurden Einwanderer aus dem Westen von christlichen Slawenfürsten geholt, die an überlegener Technik interessiert waren.

 

Die friedliche Wanderung endete mit einem Ereignis, das die Christenheit erschütterte. 3000 km Luftlinie entfernt eroberten die Moslems 1145 die im ersten Kreuzzug (1096-99) an die Christen gefallene Grafschaft Edessa. (Globalisierung schon damals). Der Schock ließ Papst Eugen III. sofort den zweiten Kreuzzug ausrufen. Bernhard von Clairvaux erließ flammende Appelle, dem viele Fürsten und Adlige folgten.

 

Und die Verbindung zu Slawen und Ostsee?

 

Viele aufgerufene Fürsten hatten längst gelernt, daß die Wahrscheinlichkeit, im Heiligen Land Tod, Verwundung oder Gefangenschaft zu erleiden sehr viel größer war, als die Chance, Ruhm und Reichtum zu erwerben. Warum also nach Palästina ziehen, wenn doch Heiden an den eigenen Grenzen leben?

 

Mit der Anerkennung eines Krieges gegen die Slawen als Kreuzzug begann 1147 der Wenden-Kreuzzug, angeführt vor allem von sächsischen Fürsten, an der Spitze Heinrich der Löwe und Albrecht der Bär.

 

Die Slawen hatten keine Chance. Am Ende hatte Heinrich 1164 sein Herrschaftsgebiet nach Osten ausgeweitet – etwa um das heutige Mecklenburg. Der Stammesfürst Pribislaw unterwarf sich Heinrich, der, eine kluge Entscheidung, ihn  mit dem eroberten Land belehnte.

 

Albrecht der Bär gründete 1157 die südlich der Eroberungen Heinrichs gelegene Mark Brandenburg.

Damit wurde der Weg frei für einige hunderttausend Menschen aus dem Westen.

     

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