lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Werners Blog

Der Löwe

 

Niemand, der sich näher mit dem Römischen Reich im 12. Jh. beschäftigt, kommt an Heinrich dem Löwen (um 1130-1195) vorbei. Der Welfe war Herzog von Sachsen und Bayern und nach dem Kaiser der mächtigste Fürst im Reich. Seinen Beinamen erwähnen schon zeitgenössische Quellen.

 

Er war ehrgeizig, tüchtig, rücksichtslos. Seine Nachbarn in Sachsen, die Slawen und auch Kaiser Friedrich I. Barbarossa mußten diese Erfahrung machen. Und er hatte ein gesundes Selbstbewußtsein. Davon zeugt vor seiner Burg Dankwarderode in Braunschweig die Kopie eines Löwendenkmals.

 

 

Das Monument, um 1170 aufgestellt, ist erwähnenswert, nicht nur wegen seiner Größe. Die Kunsthistoriker halten es für das älteste erhaltene vollrunde Standbild des Mittelalters nördlich der Alpen. Es unterstrich Heinrichs Herrschaftsanspruch. Auch das Material, Bronze, betonte den außergewöhnlichen Rang des Denkmals.

 

Aber sein Löwe konnte den großen Mann nicht vor tiefem Fall schützen. Nachdem Barbarossa die italienischen Angelegenheiten geregelt hatte, zog er Heinrich zur Rechenschaft. (www.wernernolte.de/index.php/geschichte-des-mittelalters/jahrhunderte/12-jahrhundert) Um 1180 wurde er geächtet und zu seinem Schwiegervater, König Heinrich II. von England ins Exil geschickt.

 

Sein treuer Gefolgsmann, Bernhard II. zur Lippe soll ihn dort besucht haben, nachdem auch er in Ungnade gefallen war. Am Ende verzieh Barbarossa beiden. Doch der Löwe ging erneut ins Exil, Bernhard begann eine neue Karriere als Zisterziensermönch, Abt in Dünamunde und zuletzt Bischof von Semgallen in Livland.

 




Gratulation

„Das Karolingische Westwerk und die Civitas Corvey“ ist 39.Weltkulturerbe Deutschlands und erstes in Westfalen.

 

Damit steht das Kloster im gleichen Rang wie die Dome zu Köln und Aachen.

 

 

 

Über das Westwerk habe ich vor einigen Jahren geschrieben.

 

 

 




Wasserspiele

 

 

 

Nachdem die Benediktiner in Cluny über dem Beten in prunkvollen Gewändern das Arbeiten vergessen hatten, gründeten als voraussehbare Reaktion protestierende Mönche unter Robert de Molesme einen Reformorden, ab etwa 1100 als Zisterzienser bekannt. Bei ihnen stand die erste Forderung des hl Benedikt von Nursia, das Arbeiten, im Vordergrund.

 

Die weißen Mönche waren vielseitig. Als Reaktion auf das Verbot jeglicher Skulpturen, bearbeiteten sie die Steine ihrer Kirchen mit unglaublicher Sorgfalt. Sie waren großartige Landwirte und liebten das Wasser. Viele Zisterzienserklöster wurden in einsamen wasserreichen Waldtälern gegründet. Die Mönche schätzten das Wasser als Energiequelle, als Grundlage der Fischzucht, als Mittel zur Abfallentsorgung. Und natürlich brauchten sie Wasser für Küche und Hygiene.

 

 

 

 

In ihren Kreuzgängen errichteten sie für Waschungen vor dem Gebet prachtvolle Brunnenhäuser, wie das oben gezeigte in Maulbronn aus dem 13. und 14. Jh. Allerdings ist nur die untere der 3 Schalen mittelalterlich.

 

Andere Beispiele finden sich in Zwettl und Heiligenkreuz.

 
 




Durchblicke

Wer stand noch nicht fröstelnd in alten Gemäuern, schaute auf die gähnenden Fensteröffnungen und fragte sich, womit man sie bei schlechtem Wetter oder im Winter verschloß. Die bekannten Möglichkeiten (Holzläden, Tierhäute oder Pergament) ließen keine Vision von Behaglichkeit aufkommen.

 

Da sind Transennen solider und eleganter. Schon in der Spätantike verwendete man sie, aber auch im frühen Mittelalter.

 

Ich nahm die ornamentalen Öffnungen, aus flachen Steinplatten herausgeschnitten und mit dünnen Alabasterscheiben hinterlegt, erstmals bewußt in asturischen Kirchen wahr.

 

Auch aus Stuck wurden Transennen gefertigt.

 

 

San Salvador de Priesca - Weihe 921

 

Besonders an Sonnentagen ergeben sich vom Innenraum aus schöne Effekte. Sogar die Ornamentmuster der Steinplatte sind zu erahnen.

 

 

 

mod AP 5784

 Santa Christina de Lena - um 850

 

 

Bei diesem Bild fragt sich der Betrachter, ob um 1200 die „Erfinder“ des Plattenmaßwerks sich an Transennen orientiert haben. Auch sie schnitten Lochornamente in Platten und schufen damit die Vorläufer des eleganten gotischen Maßwerks.

 
 
 




Eine runde Sache

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