lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Bevölkerung mittelalterlicher Städte

Bei der Recherche zu den Profanbauten der Backsteingotik las ich, Lübeck sei zu dieser Zeit mit rund 25.000 Einwohnern die größte deutsche Stadt gewesen. 

Nun gibt es kaum ein Gebiet in dem zuverlässige Zahlen seltener sind. Schon schwierig ist es bei den deutschen und fast unmöglich bei den großen mittelalterlichen Zentren.

Ein Beispiel ist Córdoba. Für die Blüte des Kalifats um das Jahr 1000 schwanken die Zahlen von 100.000 bis zum Fünffachen oder darüber. Die meisten Fachleute halten Letzteres für falsch. Über 100.000 Einwohner der drei großen Religionen werden aber miteinander gelebt haben. Immerhin konkurrierte Córdoba mit Byzanz um den Titel der größten Stadt Europas.

 

Dramatisch war der Rückgang der Bevölkerung in manchen alten Römerstädten. Köln soll zwischen den Jahren 300 und 1000 nach Chr. ein Drittel der Einwohner verloren haben. Noch härter traf es Trier, dessen Einwohnerzahl zwischen dem 4. Jh. und dem 12. Jh. von ca. 70.000 auf ca. 10.000 geschrumpft sein soll. Es wird berichtet, daß nur noch die Hälfte der Fläche innerhalb der römischen Stadtmauern bebaut war und auf den freien Grundstücken Landwirtschaft betrieben wurde.

Doch bei aller Unsicherheit der Quellen: In unserem Fall war Köln mit 40-50.000 Einwohnern eindeutig die größere Stadt.