lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Wieviel kostet der Kölner Dom

 

Mit einem Ferienkind besuchen wir den Dom. Wir umrunden ihn, staunen über die Westfassade mit den zweithöchsten Kirchtürmen Deutschlands, bewundern das Strebewerk, stellen fest, daß die Nordseite weniger Bauschmuck trägt, als die zur Stadt gewandte Südseite, schauen uns die Bronzetüren in der Querhausfassade dort an.

Frauke findet den Innenraum fast noch beeindruckender, fragt nach dem Richter-Fenster und betrachtet es kommentarlos. Ich zeige ihr ungefragt den Schrein der Heiligen Drei Könige und das Gerokreuz.

Und dann kommt irgendwann die Frage. „Was kostet denn so ein Dom?“ Und ich gestehe, ich wußte keine Antwort, wohl aber, wo ich sie finde.

Professor Wolff, der ehemalige Dombaumeister, schätzte 1998 (Zitat: „Natürlich haben wir darüber auch schon spekuliert.“) einen Neubau auf etwa 5,6 Milliarden DM, eine für mich damals ungeheure Summe.

Inzwischen, abgestumpft durch teure Rettungsschirme, nehmen sich die > 2,5 Milliarden Euro schon irgendwie bescheiden aus.

Und wenn man nur bedenkt, daß sich die Kosten der Dombauhütte z. Zt. jährlich auf 6-7 Millionen Euro belaufen, ferner unterstellt, daß sie in den letzten 50 Jahren ähnlich hoch waren, kommen wir in diesem kurzen Zeitraum schon auf >300 Millionen Euro. Das läßt die obige Summe schon realistischer erscheinen.

Die tatsächlichen Baukosten über die Jahrhunderte aber sind kaum zu ermitteln. Allein für die Vollendung des Baues im 19. Jh. mußten 8 Millionen Taler ausgegeben werden, also ca. 2.8 Mrd. DM.

Wolff, Arnold, Interview in Ibykus Nr. 64 (3/1998) aus Anlaß des 750. Jahrestages der Grundsteinlegung