lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Basilika, Kathedrale, Dom, Münster

Eine verwirrende Vielfalt von Begriffen, wenn von großen Kirchen die Rede ist.

Einfach ist es bei der „Basilika“. Es ist die Bauform einer Kirche mit einem hohen Mittelschiff und 2 oder mehr niedrigeren Seitenschiffen. 5-schiffige Beispiele sind die Dome in Köln und Mailand.

Kathedralen und Dome sind Bischofskirchen, in der Regel große Basiliken. Die Bezeichnung Dom findet man im deutschen Sprachraum und in Italien.

Wie so oft: keine Regel ohne Ausnahmen. Im Sprachgebrauch werden manche großen oder für das Umfeld bedeutenden Kirchen als „Dome“ bezeichnet, obwohl sie keine Bischofskirchen sind. Da gibt es den „Altenberger Dom“, eine ehemalige Klosterkirche, den Sauerländer Dom in Attendorn, eine ehemalige Stiftskirche und viele andere, die streng genommen, die Bezeichnung „Dom“ nicht verdienen.

Das Wort Münster wird auf „monasterium“, also Kloster zurückgeführt. Anfangs den Gesamtkomplex meinend, blieb die Bezeichnung später der Klosterkirche vorbehalten. So werden Stiftskirchen oft als Münster bezeichnet, oder die Hauptkirchen wichtiger Städte, wie das Ulmer Münster.

Im südwestdeutschen Raum, werden auch Bischofskirchen als Münster bezeichnet, z.B. in Straßburg und Konstanz

Mag auch generell die Bezeichnung „Münster“ im Süden häufiger vorkommen, ist sie doch auch im Norden zu finden, so das Doberaner Münster, eine Zisterzienser Klosterkirche in Mecklenburg-Vorpommern, und das Herforder Münster in Ostwestfalen.

Es ist kompliziert, vor allen weil Traditionen und Volksmund eine Rolle spielen.

Im Gespräch mit Alteingesessenen ist aus der Erfahrung des Autors Vorsicht durchaus geboten. Es kann zu Unmut führen, wenn z.B. das Ulmer Münster als Dom bezeichnet wird.