lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Der verkaufte König

 

Wer kauft einen König?

Und was kostet der?

 

1193 händigte Herzog Leopold V. von Österreich Kaiser Heinrich VI. wertvolle Beute aus: Richard Löwenherz, König von England.

 

Der Preis: 50.000 Silbermark, heute mehr als 1 Milliarde Euro, ein gutes Trostpflaster für die Exkommunikation. Wiener Neustadt verdankt dem Schacher die Existenz.

 

Richard mußte, vom 3. Kreuzzug kommend, die Länder seiner vielen Gegner meiden, zu denen der französische König ebenso zählte, wie der Kaiser. Auch der Versuch über Österreich heimzukehren war unklug In einem seiner Wutanfälle hatte er in Akkon das Banner des Herzogs in den Dreck werfen lassen.

 

 

Pallas (restauriert) Burg Trifels

 

Der Kaiser setzte den Gefangenen auf der Burg Trifels fest und erpreßte von England 100.000 Silbermark Lösegeld. Das Land - 2,2 Millionen Einwohner - blutete finanziell aus. Sogar Liturgische Gefäße wurden eingeschmolzen.

 

Nach Bezahlung des „Kaufpreises“ blieb dem Kaiser genügend Silber um das normannische Königreich Sizilien zu erobern, dessen Krone er sich 1194 aufsetzte. Er herrschte nun von der Nordsee bis zum Mittelmeer.