lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Logistik am Bau

 

Im Angesicht mittelalterlicher Bauten fragen wir uns oft: Wie bewegten Bauleute vor Hunderten von Jahren schwere Quader, Mörtel, Balken, Bleiplatten? Wie schafften sie das Material in luftige Höhen?

Es gab primitive Geräte für eine Person, wie Mulde und Vogel, mit denen Handlanger Mörtel schleppten. Schwerere Lasten bewegten zwei Mann auf Tragen mit zwei parallelen Holmen mit Querbrettern.

Das Rad war natürlich bekannt. Schubkarren nutzte man ab dem 12. Jh., außerdem zwei- oder vierrädrige Wagen, meist gezogen von Maultieren oder Ochsen. Denen hat man in Laon in den Türmen der Kathedrale ein Denkmal gesetzt.

 

(www.wernernolte.de/index.php/architektur-des-mittelalters/sakralarchitektur/gotik/notre-dame-laon)

                                               Wismar 4550 modAP Nachbau eines Tretrades - vor St. Marien, Wismar

 

Für den Lastenaufzug gab es die feste Rolle und verschiedene Kräne, z. B. den Galgenkran. Über Seil und Rolle wurden die Lasten angehoben, entweder durch Haspeln oder Treträder in denen Menschen (Windenknechte) oder Tiere liefen.

Alle diese Geräte wurden aus Holz gefertigt.

Aus Eisen war die Steinzange hergestellt, eine sinnvolle Vorrichtung für das Heben von Quadern. Zwei S-förmige Arme schlossen sich, sobald über das Seil Zug ausgeübt wurde und klemmten den Stein ein. Noch heute sehen wir gelegentlich in den Mauern mittelalterlicher Bauten die kleinen Löcher in der Mitte der Quadern in die die Spitzen der Zangenarme eingriffen, um das Verrutschen zu verhindern.

Trotz aller Transportmittel – der Mensch trug die Hauptlast, am Boden und auf den wackligen Gerüsten. Arbeit am Bau war hart, damals wie heute.