lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Es werde Licht

 

Wie kam es nach Einbruch der Dunkelheit in die Schwärze von Schiffen und hohen Gewölben mittelalterlicher Kirchen?

 

Es waren Wachskerzen, die gegen das Dunkle kämpften. Obwohl teuer, und mögliche Brandursache, waren sie unverzichtbar. Gläubige brachten Opfer in Gestalt von Kerzen für die Beleuchtung ihrer Gotteshäuser.

 

Die eindrucksvollsten Möglichkeiten, Licht ins Dunkel zu bringen waren Radleuchter. Sie symbolisierten die Mauern des Himmlischen Jerusalems und wurden bestückt mit Lichtern aus Kerzenopfern.

 

Vier mittelalterliche Leuchter sind in Deutschland erhalten, drei davon aus dem 12. Jh.:

Der Barbarossa-Leuchter, erst kürzlich restauriert, Durchmesser >4 Meter, im Aachener Dom. Er trägt 48 Kerzen.

 

Aachen4893modAP NEU Barbarossa-Leuchter

 

Der Hartwig-Leuchter, Durchmesser >5 Meter, im Kloster Groß-Comburg. Auch er trägt 48 Kerzen.

 

Der Hezilo-Leuchter, Durchmesser 6 Meter, im Dom zu Hildesheim , der größte. Er trägt 72 Kerzen.

 

Welch einen Anblick muß er bieten mit dem Widerschein seiner brennenden Kerzen auf Türmen und Mauern der symbolischen Stadt.

 

Der Azelin-Leuchter, (auch Thietmar-Leuchter), im Dom zu Hildesheim ist wohl ein kleineres aber älteres Schwesterwerk des Hezilo-Leuchters.

 

Der Vollständigkeit halber: Der sehr schöne Radleuchter in der Godehard-Kirche, auch in Hildesheim, ist aus dem 19. Jh.