lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Das Kreuz auf den Märkten

 

 

Die Gewährung des Marktrechts durch Könige und andere Fürsten war im MA ein ungemein wichtiges wirtschaftliches Privileg, egal ob es sich um ständige Märkte, Wochen- oder Jahrmärkte handelte. Neben den Kaufleuten profitierten Städte und Landesherren von Abgaben und Zöllen.

 

Meist wurde das Marktrecht zusammen mit dem Stadtrecht verliehen. Auch die Verleihung des Münzrechtes in diesem Zusammenhang war üblich.

 

Fahnen oder Marktkreuze markierten den Marktplatz, an dem auch das Rathaus lag. Der Marktfrieden wurde durch den Landesherren geschützt.

 

 
   Kreuz mit Turm der Marktkirche

(Wiki – Kurt Wichmann)

 

Die Kreuze waren mehr oder weniger aufwendig. Relativ schlicht ist das älteste Marktkreuz Europas in Trier, verliehen vom Erzbischof Heinrich I. im Jahre 958.

 

Im Gegensatz zu Kontinental-Europa, waren Marktkreuze in England häufig. Oft waren es nicht nur Kreuze, sondern offene, begehbare Bauten, reich skulptiert, wie das gotische „Kreuz“ in Salisbury.

 

 

Salisbury - Poultry Cross, 14. Jh.

 

Diese Stadt hatte sogar 4 Kreuze für ebenso viele Teilmärkte. Neben dem „Geflügelkreuz“ (poultry cross) oben, solche für Käse und Wolle. Die Bauten demonstrierten Reichtum der Bürger und Kaufleute.