lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Statik und Ästhetik

Statik und Ästhetik gingen, wahrscheinlich um 1338, in der Vierung der Kathedrale zu Wells eine harmonische Ehe ein.

 

Ich spreche von den berühmten Scherenbögen. Der Schöpfer ist nicht sicher bekannt. Wahrscheinlich war es ein Baumeister namens Joy, wahrlich ein passender Name, denn dieses Architekturelement bereitet vielen Besuchern Freude.

 

 

Aber die scissor arches, insgesamt drei, hatten nicht nur die Aufgabe zu erfreuen. Sie sollten den wankenden Vierungsturm retten. Das Begeisternde ist: Hier verband ein genialer Meister das Nützliche mit dem Schönen.

Einige Puristen unter den Fachleuten sind weniger erfreut. Alec Clifton Taylor meint „Just think it away.“

Die Scherenbögen hatten wenig bekannte und weniger spektaluläre Vorgänger in Salisbury, erbaut etwa 1320, mit dem gleichen Ziel wie in Wells.

 

(Clifton-Taylor, Alec, The Cathedrals of England, Thames & Hudson, London, 1967 and 1986)