lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte

Covadonga

 

Als ich den Namen zum ersten Mal hörte, ließ ich ihn auf der Zunge zergehen. Einfach schön.

Doch wer oder was ist das – Covadonga?

 

Nichtwissen muss niemand beschämen, es sei denn, er ist spanisches Schulkind.

Denn die Antwort ist wichtig für Geschichte des Landes. Nahe der Höhle Covadonga in den Bergen Asturiens schlug um 720, etwa 10 Jahre nach der vernichtenden Niederlage des westgotischen Heeres, eine christliche Truppe die arabischen Invasoren. Der Führer, Pelagius/Pelayo aus altem westgotischem Adel, wurde König von Asturien, des ersten christlichen Reiches nach der Mauren-Invasion, und spanischer Nationalheld.

 

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Pelayo/Pelgius, der Sieger von Covadonga (Foto: Inge Hermann, Siegburg)

 

Die Historiker schlagen sich herum mit den jeweils übertriebenen Schilderungen aus moslemischer und christlicher Sicht. Es war wohl eher keine Schlacht, sondern ein Gefecht. Tatsache aber ist, es fand statt, bei Covadonga, und die Besatzer wurden besiegt.

Das Ereignis hatte jenseits aller militärischen und politischen Konsequenzen eine hohe symbolische Bedeutung. Es ist der Beginn der Reconquista, der Vertreibung der Muslime von der Iberischen Halbinsel. Ob Pelagius selbst soweit gedacht hat? Es dauerte immerhin fast 800 Jahre bis 1492 Boabdil, der letzte Sultan von Granada, Stadt und Staat kampflos den spanischen Königen übergab.