lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Ein Mönch „hat Rücken“

 
 
Oder? Jedenfalls scheint er schwer an einer Last zu tragen. Vielleicht stöhnt er unter dem Gewicht eines beleibten Chorherren.
 
 

Dom zu Magdeburg (Mitte 14. Jh.)    

Mit dieser ungewöhnlichen Darstellung möchte ich auf Chorgestühl aufmerksam machen, interessantes Element mittelalterlicher Kirchenausstattung.
 
 

Zisterzienserkirche Bad Doberan (1. Hälfte 14. Jh.

 

Aus der Romanik ist wenig erhalten. Auch von gotischem Chorgestühl sind nur Reste vorhanden. Es lohnt sich, sie zu studieren. Besonders die Miserikordien unter den Klappsitzen, die langes Stehen während der Gottesdienste erträglich machten, zeigen hochwertige, oft skurrile Schnitzereien.
 

Kathedrale von Sevilla (Ende 15. Jh.)

 Abhängig von der Zahl der Mönche oder Chorherren und dem Zeitpunkt der Fertigung war das Chorgestühl bescheiden oder gigantisch. In der Spätgotik wurde es besonders reich mit Schnitzwerk versehen. Oft orientierten sich die Meister mit Fialen, Baldachinen usw. am steinernen Bauschmuck ihrer Kirchen.
 
 
Von den imposanten Gesamtanlagen haben nur wenige überlebt.