lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
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Backstein gegen Kanonen

         
Das Erscheinen von Kanonen auf den Schlachtfeldern gegen Ende des Mittelalters änderte vieles, vor allem in der Festungstechnik.
 
Die oft wenig starken Mauern und Stadttore, ausreichend zur Abwehr von Infanterie, brachen unter Vollkugeln aus Stein- und Eisen zusammen.
 
Das mussten schon die Verteidiger Konstantinopels erfahren. 1453 schoss ein Hagel von über hundert Kilogramm schweren Steinkugeln in den berühmten doppelten Mauerring eine Bresche für die Janitscharen des Sultans Mehmet II.. Konstantinopel fiel an das osmanische Reich.
 
 
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Zingel in Neubrandenburg stadtseitig
 
 
In Europa versuchten sich Burgen und Stadtbefestigungen mit halbkreisförmigen Artillerie-Türmen zu schützen. In der fast komplett erhaltenen mittelalterlichen Stadtbefestigung Neubrandenburgs (Mecklenburg-Vorpommern) bewacht ein Zingel mit dicken Mauern und Kanonen das Friedländer Doppeltor.
 
  Zingel feldseitig
 
 
Eine Weiterentwicklung waren niedrigere Rundtürme mit Wehrplatte. Die dort aufgestellten Kanonen konnten im Gegensatz zu denen im Zingel in alle Richtungen feuern. Doch auch das konnte den  Siegeszug der schweren Feuerwaffen nicht aufhalten, obwohl die neuzeitlichen  sternförmigen Bastionen mit Erdwällen, deren Reste vor den Städten noch häufiger zu sehen sind, ein Fortschritt waren.