lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte
 

mittelalterliche Architektur

Profanarchitektur

 

Wohin immer wir kommen in Europa, wir finden Beispiele einer Baukunst, die nicht der Anbetung, sondern ganz profanen Zwecken diente. Nur selten winkt diese Architektur mit hohen Türmen. Die wenigen romanischen Häuser verstecken sich in neuer Bebauung, die Mauern der Burgen und Städte sind teils verfallen und vom Efeu überwachsen, die erhaltenen Brücken liegen abseits der großen Straßen. Suchen wir nach ihnen.

 

Brücken

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Brücken verbinden: Ufer, Nachbarn, Stadtteile, Städte, Länder, Völker, Kulturen und immer – Menschen. Sie stehen symbolisch für den Wunsch, Grenzen zu überwinden und Neuland zu erschließen. Für viele haben sie eine große Faszination. weiter >>


Romanische Häuser

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Wir können uns die Zustände in mittelalterlichen Städten kaum vorstellen mit Abfällen auf den Straßen in denen die Tiere wühlten und Behausungen der Menschen, die für heutiges Zuchtvieh nicht infrage kämen. Da waren im Hohen Mittelalter Wohnbauten aus Stein die große Ausnahme und für Normalbürger unerschwinglich. Selbst von diesen Ausnahmebauten sind nur wenige erhalten. weiter >>


Mittelalterliche Rathäuser

Rathäuser

Die Profan-Architektur des Mittelalters hat kaum Prachtvolleres hinterlassen als die Rathäuser reicher Städte. Sie sind Symbole für Wohlstand und Machtstreben eines Bürgertums, das, gleich ob Patrizier oder Zünfte, das Joch der adligen oder klerikalen Stadtherren abgeschüttelt hatte. Rathäuser Übersicht >>

 

Backsteinbaukunst

Backsteinbaukunst

Lehmhütten wichen prächtigen Bürgerhäusern, Palisaden wehrhaften Mauern und Türmen, geduckte Kirchlein mächtigen Basiliken. Aus Abermillionen von rot-braunen Backsteinen schufen Einwanderer in 3 Jahrhunderten eine einmalige Architektur   weiter >>

 

Bürgerhäuser >>
Stadtbefestigungen >>

 

Ich vermute, daß die Zahl der erhaltenen Profan-Bauten des Mittelalters deutlich geringer ist als die der Sakral-Bauten. Bis ins 12. Jh. hinein wurden in aufwendiger Steinbauweise nur Kirchen errichtet. Trotzdem sind, insbesondere aus dem hohen und späten Mittelalter, kühne Burgen, die Reste großer Pfalzen, mächtige Stadtbefestigungen, prächtige Rathäuser, Wohnhäuser und Brücken geblieben.

Manches erinnert daran, daß die glühende Gläubigkeit, die die Kathedralen baute, allmählich erkaltete, daß nicht mehr Klerus und Klöster allein reich und mächtig waren, sondern nun Adel, später Städte und Patrizier Selbstbewußtsein und Reichtum in der Architektur zur Schau stellten.

Entgegen der Meinung meiner Frau: "Du mit Deinen Kirchen...", habe ich Profanbauten nicht vernachlässigt, sie mit Staunen und Interesse studiert, besucht und fotografiert.

Ein Großteil der Profan-Architektur ist wehrtechnisch begründet. Imposante Beispiele sind erhalten, wie das Holstentor in Lübeck und das Schloß des Deutschen Ritterordens. Selbst Brücken wurden oft befestigt, und wir kennen die Wehrkirchen, die Sakrales und Profanes miteinander verbinden.

Auch in diesem Bereich der Baukunst kann man Entwicklungslinien verfolgen.

So entwickelte sich die Architektur der zahlreich erhaltenen Rathäuser aus der der städtischen Wohnbauten der Gotik. Sie zeugten, vom Reichtum der Bürger und vom Stolz der Patrizier und Zünfte.

Abgesehen von den alten Römerstädten, wurden viele Siedlungen zunächst mit Wall, Graben und Palisaden befestigt, ebenso wie die ersten "Burgen", ehe dann mächtige Befestigungen aus Stein aufwuchsen. Sie mußten den neuen Feuerwaffen Rechnung tragen, waren ihnen aber am Ende doch nicht gewachsen. So wurden trutzige Burgen zu friedlichen Schlössern umgebaut, und heute umrunden wir im Schatten großer Bäume auf alten Wällen manche früher wehrhafte Stadt.