lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte

Profanarchitektur

 

Profanarchitektur

Profane Backsteinarchitektur
an der Ostsee

 

Bauschmuck

Die Masse der Auswanderer, die im 12. und 13. Jahrhundert aus Westfalen, den Niederlanden und Flandern nach Osten zog, hatte anderes im Sinn als Architektur. Sie waren Bauern, die günstige Siedlungsbedingungen suchten. Mönche, Handwerker und Kaufleute folgten ihnen. Schon bald aber wollten Kleriker in steinernen Kirchen predigen, die neuen Städte und Siedlungen sich mit Befestigungsanlagen schützen und später ihren Wohlstand mit prächtigen Rathäusern und Bürgerhäusern demonstrieren.
 
Das Problem: Es gab im neuen Siedlungsgebiet keinen Naturstein, nur spröde Feldsteine.
 

Verwendung von Feld- und Backsteinen
an einer Dorfkirche in Rügen

 
Also erinnerte man sich der Backsteine, eines der bevorzugten Baumaterialien der Römer.
 
Mit ihrem Abzug aus den germanischen Provinzen verfiel auch die Kunst des Ziegelns. Nur in Einzelfällen wurden unter den Karolingern Ziegel von schlechter Qualität gebrannt. Ein Beispiel ist die >>Einhardbasilika in Michelstadt. Erst ab dem 11. Jahrhundert kam dieser Kunststein, zunächst als Dachziegel,  wieder zu Ehren.
 
Lehm und Ton fanden die Siedler in der neuen Heimat. Sie brachten es in vielen Jahren bei Errichtung und Dekoration von Backsteinbauten zu großer Kunstfertigkeit.
 
Die meisten Steine wurden in hölzernen Kastenformen handgestrichenen.  Es wurden in geringerem Umfang auch  Steine eingesetzt, die aus größeren Lehmblöcken mit Drähten oder Schnüren "geschnitten" wurden. Backsteine wurden im sogenannten Feldbrand unter Luftabschluß gebrannt. Brennmaterial und an der Luft vorgetrocknete Rohlinge wurden in bestimmter Anordnung aufgeschichtet. Die Ausschußquote war hoch.
 
Kleine Fußnote: Kunst- und Bauhistoriker unterscheiden zwischen Backstein als dem eigentlichem Baustein und dem Ziegel für die Dachdeckung. (Binding, Architektonische Formenlehre, S. 170, - Pfotenhauser, in: monumente edition Backsteingotik, Dt. Stiftung Denkmalschutz, 2000)
 
Kein Besucher der Region kann sich dem Eindruck dieser Architektur entziehen, die vor allem das Bild der Städte bestimmt. Neben mächtigen Gotteshäusern dort, erfreuen auf dem Land viele kleine Dorfkirchen.
 
Trotz des Schlagwortes Backsteingotik - Einige wenige Bauten entstanden noch in der romanischen Epoche, wie die Klosterkirche von Jerichow und der Dom zu Ratzeburg, beide in der 2. Hälfte des 12. Jh.
 
Bauschmuck blieb ein Problem. Aus dem nach dem Brennen spröden Backstein konnten keine Skulpturen mit Hammer und Meißel gearbeitet werden.
 
Die Handwerker kopierten zunächst ihre Steinmetzkollegen und versuchten, aus ungebrannten Tonrohlingen (lederhart) z.B. Kapitelle zu schnitzen, die dann gebrannt wurden.
 
Dem war kein Erfolg beschieden, und also besannen sie sich auf Schmuckelemente, die dem Backstein angemessen waren.
 
Zunächst, bis etwa 1250, verwandten die Baumeister den Stein in seiner ursprünglichen Form in geometrischen Wandmusterungen, z.B. dem Fischgrätverband. Beim sogenannten Deutschen Band (Zahnfries) wurden die Steine übereck vermauert und z.B. unter Traufen eingesetzt.
 
 
 
Ostgiebel Marienkirche Greifswald
 
 
Deutsches Band über Kreuzbogen auf Konsolen
 
 
Ein schöner Kontrast zum rot-braunen Backstein sind leicht   zurückgesetzte, weiße Blenden.
 
An der Marienkirche in Greifswald lockern sie die riesige Fläche des Ostgiebels auf.
 
 
Findige Ziegler fertigten schon früh in den üblichen - durch den Einsatz von Profilen geänderten - Holzformen, seriell Formsteine, die nach dem Brennen zu Schmuckelementen, wie Pässen und Friesen zusammengesetzt wurden. Die Verwendung von Formsteinen ging so weit, daß an einem Bau bis zu 50 verschiedene Formziegel nachgewiesen werden konnten.
 
 
 
Glasierte und nicht glasierte Formsteine
im Wechsel, dazwischen Schmuckelemente. (Ruine Eldena bei Greifswald
 
)
 
Holzformen zur Herstellung von gebrannten Schmuckelementen
 
 
 
Ab etwa 1350 wurden dann Backsteine in dunklen Farben (z.B. schwarz oder dunkelgrün) glasiert und im Wechsel mit nicht glasierten Steinen vermauert. Hinzu kamen figürliche Terrakotta-Reliefs, oft mit abstrahierten Motiven. Die einzelnen Platten wurden zu Friesen zusammengefügt.
 
Durch Modelpressung (Stempeln) in den noch weichen Stein ergaben sich weitere Dekorationsmöglichkeiten.
 
 
 
 
 
 
 
 
Die Kombination aller oder vieler dieser Elemente führte zu einer großen Vielfalt des Bauschmucks, wie wir ihn besonders an den Kirchen bewundern können, z.B. an St. Nikolai in Wismar und der Marienkirche in Neubrandenburg.
 
 
 
Terrakotta-Figurenfries, Giebel St. Nikolai Wismar, ab Mitte 15. JH.
 
 
 
Beinhaus Kloster Doberan
 
 
 
Giebel Nikolaikirche Wismar
 
 
Turm Marienkirche Neubrandenburg
 
 
Gerade an der Marienkirche in Neubrandenburg, heute Konzerthalle, verschwindet das eigentliche Mauerwerk fast hinter einem Schleier von Maßwerk, Rundstäben und Fialen. Turm und Giebel sind Höhepunkte spätgotischen Bauens.
 
 
 
 
Literatur
 
 
Beyer, Constantin/Piltz, Georg, Backsteingotik zwischen Lübeck und Wolgast, Stürtz-Verlag, Würzburg, 2000, S. 12, S. 73, S. 75
 
Busjan, Béatrice/Kiesow, Gottfried, in: Gebrannte Größe, Bauten der Macht, Monumente, Publikationen der Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn, 2002, S. 14-21, S. 26,27, S. 68ff
 
Dtv-Atlas Weltgeschichte, Deutscher Taschenbuch-Verlag, München, 2000
 
Holst, Jens Christian, in: Backsteinbaukunst, Zur Denkmalkultur des Ostseeraumes, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2006, S. 116ff
 
Kiesow, Gottfried, in: Backsteinbaukunst, Zur Denkmalkultur des Ostseeraumes, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2006, S. 60ff
 
Lorenzen, Heidrun/Lissok, Michael, in: Gebrannte Größe, Die Sprache der Steine, Monumente, Publikationen der Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn, 2002, S. 8ff, 18f, 42ff
 
 
Ploetz, der Grosse, Verlag Herder Freiburg, Sonderausgabe für Zweitausendeins, 32. Auflage
 
Plumridge, Andrew/Meulenkamp, Wim, Brickwork, Architecture and Design, Seven Dials, Cassell & Co., London, 2000
 
Putzger, F.W., Historischer Weltatlas, Velhagen & Klasing, Berlin, 1974
 
Schäfke, Werner, Mittelalterliche Backsteinarchitektur von Lübeck zur Marienburg, DuMont Buchverlag, Köln, 1995, S. 38, 128
 
 
 




 

Profanarchitektur

Profane Backsteinarchitektur
an der Ostsee

 

Stadtbefestigungen

Stadtmauern mit ihren Toren und Türmen hatten nicht nur wehrtechnische Bedeutung. Oft erreichte eine Gemeinde erst mit diesen Verteidigungsanlagendie Anerkennung als Stadt mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Mauer schuf auch rechtlich eine klare Trennungslinie zwischen Land und Stadt.

 

Wie bei den meisten mittelalterlichen Befestigungen haben Krieg und Abriß auch an der Ostsee viel zerstört. Zwar sind in Mecklenburg-Vorpommern über 30 Stadttore erhalten, doch sehr viel mehr sind verschwunden. Das verdeutlichen zwei Zahlen: In Rostock blieben 4 von 22, in Stralsund 2 von 10.

 

In der hier diskutierten Region hat neben Tangermünde Neubrandenburg die am besten erhaltenen, bzw. restaurierten Wehranlagen. Hier wurden Backsteine in Kombination mit Feldsteinen vermauert. Alle 4 Tore erfreuen heute noch Einheimische und Touristen.

 

Historisches

Am Anfang waren Erd- und Holzkonstruktionen. Es wurde ein Graben ausgehoben, der Aushub als Wall aufgeschüttet, der Palisaden trug. Aber es gab durchaus aufwendigere Anlagen. Neubrandenburg zum Beispiel hatte sich bis zum Baubeginn der Stadtmauer mit 3 Gräben und 2 Wällen geschützt.

 

Slawenburg Groß Raden
Slawenburg Groß Raden 9/10 Jh. (Nachbau)

 

Schon Germanen und Slawen bedienten sich der Erd- Holzbefestigungen, wie archäologisch gestützte Rekonstruktionen beweisen.Die meisten Stadtmauern entstanden in den größeren Städten des deutschen Ostseeraumes erst ab dem 14. Jahrhundert. Neubrandenburg (Gründung 1248) und Rostock (Gründung 1218) wurden gegen 1300 ummauert, Wismar um 1400 (Gründung wohl 1226). Nur der Hauptort der Hanse, Lübeck, erhielt früh eine Stadtmauer, bereits um 1225. (Gründung 1141).

 

 

Die Mauern

Der Bau von Stadtbefestigungen belastete die Bürger enorm und zog sich manchmal über Jahrzehnte hin. Die Länge der Mauer richtete sich nach der Größe des zu schützenden Areals, aber auch nach topografischen Gegebenheiten. Greifswald war bei Gründung mit 33 ha angelegt, Stralsund mit 24, Neubrandenburg mit 40.

Die Gründungsstädte entwickelten sich schnell, so daß das Stadtgebiet in Greifswald nach wenigen Jahrzehnten 47 ha umfaßte, in Stralsund 48 ha.

 

Stadtmauer Rostock
Stadtmauer Rostock mit Fundament aus Feldsteinen und quadratischem Wehrturm
 
 
Stadtmauer Stralsund
Stadtmauer Stralsund mit Strebepfeilern
 

Mauern allein boten keinen ausreichenden Schutz. Die Mauerstärke war relativ gering, anders als bei Türmen und Toren.

 

Die für Neubrandenburg bekannten Dimensionen (1.4 m unten, 0.6 m oben) dürften in diesem Rahmen auch für andere Mauern zutreffen. Sie wurden manchmal an der Innenseite aus Kostengründen noch durch Nischen geschwächt, die bis zur Hälfte der Mauerstärke tief sein konnten. Die Höhe, in Neubrandenburg im Schnitt 7,5 m, konnte bis zu 12 m betragen

 

Damit einzelne Abschnitte von den Verteidigern wirkungsvoll bestrichen werden konnten, ragten nach innen offene Schalentürme oder Volltürme aus der Mauerlinie hervor. Ihre Rolle übernahmen gelegentlich sogenannte Wiekhäuser, in Neubrandenburg sollen es mehr als 50 gewesen sein. Auch sie traten aus der Mauer heraus und überragten sie. Viele wurden in der Neuzeit zu Wohnhäusern umgebaut.

 

 

Die Tore

 

Neubrandenburg, Mittelalterliches Wiekhaus - Rekonstruktion (Wikipedia –Botaurus)
 
 
Neubrandenburg, Wiekhaus, umgebaut (Wikipedia – Botaurus)
 

Jeder Zugang zur Stadt schwächt die Mauer. Das suchten Baumeister durch aufwendige Befestigungen auszugleichen, in der Regel durch über die Tore gebaute Türme von teils imposanten Ausmaßen. Sie konnten Mannschaften aufnehmen, aber auch Waffen und Archive. Öffnungen im Torgewölbe, so genannte Mordlöcher, ermöglichten die Verteidigung durch Beschuß von oben oder Güsse mit gefährlichen Flüssigkeiten. Auch Fallgitter waren nützlich.

 

Oft wurden bis zu 3 Tore hintereinander mit Mauern zu einer Torburg verbunden. Durch das erste Tor eingedrungene Angreifer waren in den sogenannten Zwingern eingepfercht und konnten wirkungsvoll bekämpft werden.

 

Später kamen schützende Werke mit massiven Wänden zum Schutz vor den aufkommenden Kanonen hinzu. Die mächtigen Mauern des sogenannten Zingels am Friedländer Tor haben eine Höhe von acht Metern.

 

Neubrandenburg, Friedländer Tor, Zwingermauer mit Nischen, Ende 15. Jh.
 
 
Neubrandenburg, Zingel am Friedländer Tor
 

Türme und Tore waren auch ein beliebtes Mittel der Imagepflege. Nirgendwo sonst in Europa wurden mittelalterliche Festungsbauten mit so viel Dekor versehen. Besonders zur Zeit der Hanse beeindruckten wohlhabende Städte Reisende durch reichen Bauschmuck an den Toren.

 

Das Neue Tor in Neubrandenburg schmückt sich nach außen mit Blenden, Pfeilern, kleinen Giebeln. Kurioserweise ist der Schmuck stadtseitig noch reicher. Dort finden sich neun überlebensgroße Terrakotta-Figuren, deren Bedeutung noch nicht geklärt ist. Sie sind nur hier zu finden.

 

Alle mittelalterlichen Tore in Mecklenburg-Vorpommern sind in den Formen der Gotik erbaut, romanische sind nicht erhalten.

 

 

Neubrandenburg, Neues Tor

Neubrandenburg, Neues Tor

 

Friedland, Neubrandenburger Tor.
Friedland, Neubrandenburger Tor. (Wikipedia – Lupi82)
 

Weiße Blenden, so typisch für die Backstein-Spätgotik, finden sich fast immer, oft auch die typischen Staffelgiebel.

 

Das Tor des kleinen Ortes Friedland zeigt, daß auch Städte mit geringerer Einwohnerzahl groß bauten. Interessant die 4 Treppentürme und die vielen Gerüstlöcher. Beide Tore stammen aus der 2. Hälfte des 15. Jh. und sind etwa 25 m hoch.

 

 

Von den erhaltenen Toren trägt nur etwa die Hälfte Staffelgiebel. Pyramidendächer und andere abweichende Formen waren oft die Folge späterer Restaurierungen, wie auch beim Anklamer Tor in Usedom aus der Mitte des 15. Jh..

 

Neben den zahlreichen Landtoren, benötigten Hafenstädte „Wassertore“ für den Zugang zum Hafen. Das Wismarer Hafentor stammt aus der Mitte des 15. Jh. und ist das Letzte von insgesamt 5 Stadttoren der Hansestadt.

 

 

Usedom, Anklamer Tor
 
 

Wismar, Wassertor

 

Lübeck, Burgtor

 

 

Lübeck, Holstentor, Feldseite

 

 

 

 

Wir beenden den Ausflug in die Wehrtechnik aus Backstein mit zwei Toren aus Lübeck, der Königin der Hanse.

Dem Holstentor gebührt besondere Aufmerksamkeit. Der imposante Bau ist das einzige Drei-Turm-Tor der Backsteinarchitektur an der Ostsee und repräsentiert Macht und Reichtum von Stadt und Hanse.

 

 

Netz

Liste der Stadttore und Wehrtürme in Mecklenburg-Vorpommern
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stadttore_und_Wehrt%C3%BCrme_in_Mecklenburg-Vorpommern


Sehenswertes Backsteingotik
http://www.m-vp.de/sehenswertes/backsteingotik.htm
Neubrandenburg – Die Stadt der 4 Tore

http://www.neubrandenburg-hotels.de/
Hauptwerke der Backsteingotik
http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptwerke_der_Backsteingotik

 

Literatur

Kiesow, Gottfried (Hrsg.), Backsteingotik, monumente edition,
Copyright: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2. Auflage, S. 116ff

Schäfke, Werner, Mittelalterliche Backsteinarchitektur von Lübeck zur Marienburg, DuMont Buchverlag, Köln, 1995, S. 38, 128

 

 

 




 

Profanarchitektur

Profane Backsteinarchitektur

an der Ostsee

 

Bürgerhäuser

Wie schon beschrieben (>>“Romanische Häuser“) wurde in den Städten vor dem 12. Jh. nur selten in Stein gebaut. Diese teueren Gebäude waren Kirchen, Klöstern, Pfalzen und Burgen vorbehalten.

 

Das gilt auch für den Backsteinbau, der allerdings nur noch selten romanischen Formen folgte. Die Übergänge zwischen Romanik, Gotik und Renaissance sind fließend.

 

Wohlhabend gewordene Handelsherren, später auch Zunftmeister, zeigten ihren Reichtum an den Ziergiebeln der Häuser. Den reichsten Schmuck trugen spätgotische Häuser im 14. und 15. Jh.. Fast alle sind giebelständig.

Mit dem Gesicht zur Straße ragen sie hinaus über die Dachhaut. Manchmal wird ein Stück Himmel gerahmt, wie beim „Alten Schweden“.

 

„Gotische Staffelgiebel“ – auch Treppen- und Stufengiebel genannt – sind ein Begriff. Stilrein ist nur eine Minderheit. Das lag am Schmuckbedürfnis des homo sapiens sapiens, der begann, die ursprüngliche Silhouette zu verändern. Geschweifte Formen weisen zur Renaissance.

 

 

Staffelgiebel, Stralsund, Mühlenstr. Nr. 3

 

In Stralsund zeigt das Dielenhaus in der Mühlenstraße 3 einen stilreinen Staffelgiebel aus dem 14. Jh., reich geschmückt mit senkrechtem Stabwerk aus Formsteinen und grün glasierten Maßwerkelementen in den Blendengiebeln.

 

Pfeilergiebel, Stralsund, Mühlenstr. 1
 

 

Neben dem Staffelgiebel entwickelten sich Pfeilergiebel. Mit Formziegeln gestaltete Pfeiler treten aus der Wand hervor und gliedern die Fassade vertikal. Man muß nicht weit gehen in Stralsund, um ebenfalls in der Mühlenstraße, den ältesten Backsteingiebel der Gotik zu bewundern. Im 13. Jh. erbaut, im 14. Jh. verändert, wurde er 2002/03 umfassend saniert.

 

Pfeilerstaffelgiebel, Wulflamhaus, Stralsund
 

 

Es bildeten sich Mischformen heraus, wie der Pfeilerstaffelgiebel. Stralsund zeigt auch hier ein berühmtes Beispiel. Das Wulflam-Haus aus der 1. Hälfte des 14. Jh., benannt nach einem Bürgermeister der Hansestadt, blickt am Alten Markt auf das noch berühmtere Rathaus.

 

Der Giebel über zwei schmucklosen unteren Geschossen ist nur 3-geschossig, aber reich geschmückt. Stabwerk und Pfeiler wirken bunt wegen der alternativen Verwendung verschiedenfarbiger Steine. Die gekuppelten Zwillingsfenster tragen in der Spitze je 4 Vierpässe auf hellem Untergrund. Die Umrisse zieren Krabben.

 

 

Museumshaus, Stralsund, Mönchstr. 38

 

Wir verlassen vorübergehend das schöne Äußere. Die schlichte Fassade in der Mönchstr. 38 in Stralsund verdankt ihren Auftritt hier weder dem unscheinbaren Giebel noch den schlichten „Utluchten“ aus dem 17. Jh..

 

Die Schätze sind im Inneren verborgen. Fast wären wir beim Gang durch die Stadt achtlos vorbei gegangen und hätten einmalige Informationen zur Wohnkultur der vergangenen Jahrhunderte verpaßt. Das Museumshaus von 1320, noch bis Ende der 70er Jahre bewohnt, ist Teil des Kulturhistorischen Museums der Stadt und gleichzeitig das größte Exponat. Das Haus wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz aufwendig saniert.

 

Aufzugsrad und Welle
 
 
Aufzugsschacht von oben
 
 
Einer der Speicherböden mit Transportkarren

 

Über einen modernen Bau an der Rückseite gibt es bequemen Zugang. Doch nur wer mühsam und geduckt die knarrenden Treppen der 4 Speicherböden emporklettert, spürt wirklich Hausgeschichte über fast 7 Jahrhunderte. Denn es wurde nicht nur der Ursprungszustand restauriert, sondern auch versucht, durch entsprechende Möblierung Einblick in das Wohnen späterer Jahrhunderte zu geben.

 

Als Mittelalterfan waren für mich der Aufzugschacht durch alle Stockwerke und das Aufzugsrad aus dem 14. Jh. im Spitzboden elektrisierend. Die Winde mit Welle und Rad aus Eichenholz und Bockshornbeschlägen zur Seilführung waren bis zur Sanierung voll funktionsfähig.

 

Pfeilerstaffelgiebel Alter Schwede, Markt Wismar

 

Wieder zurück zu äußerer Schönheit. Eines der schönsten Beispiele für einen Pfeilerstaffelgiebel finden wir in Wismar am Markt: „Der Alte Schwede“, etwa 1380 erbaut. Schwarze Blenden zieren die Pfeiler. Ebensolche Stäbe betonen die Senkrechte. Ein schwarzer Paßfries trennt deutlich die Giebelpartie vom Untergeschoß.

 

Der Name erinnert an die schwedische Herrschaft ab 1632. Besucher können im schönen Restaurant edel speisen und in Gästezimmern übernachten.

 

 

Zinnenstufengiebel, Rostock, Kröpelinerstr. 82

 

Rostock erfreut den Besucher mit einem Zinnenstufengiebel in der Kröpeliner Str. 82 aus dem späten 15. Jh.. Weiß unterlegte Blenden schaffen schöne Kontraste zur Farbe der Backsteine. Im reichen Stabwerk wurden glasierte und nicht glasierte Formsteine im Wechsel vermauert. Das halbrunde Element auf der obersten Stufe weist zur Renaissance.

 

 

Zinnenstufengiebel, Greiswald, Markt 11
 
 
Pfeilerstaffelgiebel, Greifswald, Markt 13

 

Auch die Hansestadt Greifswald schmückt sich mit Ziergiebeln, darunter am Markt 11 einer der prächtigsten dieser Architektur überhaupt, aus dem 15. Jh.. Der Schmuck ist fast überbordend. Die 6 inneren Pfeiler sind zwischen den Profilstäben mit weißen Blenden und feingliedrigen Formsteinen gefüllt und enden in fialähnlichen Türmchen mit Kreuzblumen. Über gekuppelten Zwillingsfenstern Rosetten auf weißem Grund, überwölbt von mit Krabben besetzten Spitzbogen. Auch hier der Wechsel zwischen glasiertem und roten Backstein.

 

Gleich nebenan am Markt 13 ein weiterer Giebel, schlichter, aber durchaus ansehnlich. Blickfang ist ein wuchtiger, kaminähnlicher Mittelpfeiler. Die älteren Teile schmücken sich wieder mit alternierenden Steinen.

 

Archidiakonatshaus, Wismar
Zinnnenstufengiebel und Dachgalerie

 

 

Zum Abschluß das Archidiakonatshaus in Wismar, neuerdings datiert auf den Anfang des 14. Jh.. Die Fassade zeigt einen schönen Zinnen-Staffelgiebel mit dem üblichen Stabwerk und alternierenden Steinen. Die Eckpfeiler sind mit Rosetten besetzt.

 

Das Besondere und Exklusive aber ist die Dachgalerie über der Traufe. Kurze Pfeiler rahmen 6 Öffnungen mit flachen Bogen, die eine Zinnenbekrönung tragen.

 

In diesem Rahmen konnte ich aus den vielen trotz aller Zerstörungen noch erhaltenen Giebeln nur eine Auswahl zeigen. Schöne Beispiele finden sich im Hinterland und in anderen Hansestädten, auch außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns.

 

Literatur

Lorenzen, Heidrun/Lissok, Michael, in: Gebrannte Größe, Die Sprache der Steine, Monumente, Publikationen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn, 2002, S. 76

 

 

Netz (Auswahl)
Monumente online – Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
http://www.monumente-online.de

Treffpunkt Ostsee
http://www.treffpunkt-ostsee.de

Hansestadt Stralsund
http://www.stralsund.de

 

 

 

 

 

 
 




 

Profanarchitektur

Profane Backsteinarchitektur an der Ostsee - Einleitung

Lehmhütten wichen prächtigen Bürgerhäusern, Palisaden wehrhaften Mauern und Türmen, geduckte Kirchlein mächtigen Basiliken. Aus Abermillionen von rot-braunen Backsteinen schufen Einwanderer in 3 Jahrhunderten eine einmalige Architektur.
 

Zur Geschichte

Nachdem die Ottonen im 10. Jh. mit dem Versuch gescheitert waren, die eigene Herrschaft dauerhaft auf slawische Gebiete östlich der Elbe auszudehnen (>>Markgraf Gero und die ottonische Ostexpansion), schienen die christlichen Herrscher der nächsten Generationen diesen Versuch aufgegeben zu haben.

 

Das bedeutete keinen Frieden. Es kam zu weiteren Versuchen friedlicher Christianisierung, aber auch zu Überfällen der Slawen und Rachefeldzügen der Gegenseite. Auch die „Heiden“ untereinander bekriegten sich, weil einige Teilherrscher das Christentum angenommen hatten. Alles in allem gab es aber keinen Versuch, slawisches Gebiet zu erobern und dauerhaft zu besetzen.

 

Viergesichtige slawische Gottheit Svantevit an der Seebrücke von Wustrow (Fischland) - Skulptur von Christine Dewerny

 

 

Gedenktafel Klosterkirche Doberan
 
 
 
Trotzdem waren die slawischen Führer, ihre heidnischen Stammesgebiete umgeben von christlichen Sachsen im Westen und Polen im Osten, in einer strategisch unbequemen Situation.
 

Unabhängig von religiösen und politischen Überlegungen wanderten wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte schon vor der Mitte des 12. Jh. Menschen aus dem Westen in östliche Gebiete, z. B. nach Ostholstein, das der Graf von Schauenburg den slawischen Wagriern abgenommen hatte. Auch wurden Einwanderer aus dem Westen von christlichen Slawenfürsten geholt, die an überlegener Technik interessiert waren.

Die friedliche Wanderung endete mit einem Ereignis, das die Christenheit erschütterte. 3000 km Luftlinie entfernt eroberten die Moslems 1145 die im ersten Kreuzzug (1096-99) an die Christen gefallene Grafschaft Edessa. (Globalisierung schon damals). Der Schock ließ Papst Eugen III. sofort den zweiten Kreuzzug ausrufen. Bernhard von Clairvaux erließ flammende Appelle, dem viele Fürsten und Adlige folgten.

 

Und die Verbindung zu Slawen und Ostsee?

Viele aufgerufene Fürsten hatten längst gelernt, daß die Wahrscheinlichkeit, im Heiligen Land Tod, Verwundung oder Gefangenschaft zu erleiden sehr viel größer war, als die Chance, Ruhm und Reichtum zu erwerben. Warum also nach Palästina ziehen, wenn doch Heiden an den eigenen Grenzen leben?

Mit der Anerkennung eines Krieges gegen die Slawen als Kreuzzug begann 1147 der Wenden-Kreuzzug, angeführt vor allem von sächsischen Fürsten, an der Spitze Heinrich der Löwe und Albrecht der Bär.

Die Slawen hatten keine Chance. Am Ende hatte Heinrich 1164 sein Herrschaftsgebiet nach Osten ausgeweitet – etwa um das heutige Mecklenburg. Der Stammesfürst Pribislaw unterwarf sich Heinrich, der, eine kluge Entscheidung, ihn  mit dem eroberten Land belehnte.

Albrecht der Bär gründete 1157 die südlich der Eroberungen Heinrichs gelegene Mark Brandenburg.

Damit wurde der Weg frei für einige hunderttausend Menschen aus dem Westen.

     

Bauschmuck >>

Bürgerhäuser >>

Stadtbefestigungen >>

 




 

Profanarchitektur

Rathäuser

 
Rathaus der Freien Reichsstadt und Hansestadt Köln (D),
 
1149 erstmals erwähnt, ältestes Rathaus Deutschlands. Ab 1330: Gotischer Teil (rechts), mit Maßwerkfenstern und Zinnen. 1569: 2-geschossige Renaissancelaube (links), dahinter Helmdach des Turmes
 
 
Rathausturm Köln (D),
 
Anfang 15. Jh., 61 m hoch, spätgotisch, über Sockel 3 viereckige Geschosse und 2 polygonale Blend- und Maßwerkfenster. Mit über 130 (modernen) Steinfiguren. Nach 1945 wieder aufgebaut.
 
 
Romanisches Haus Gelnhausen (D).
 
Um 1180, romanisch. Zunächst Wohnsitz kaiserlicher Beamter, später Rathaus. Freitreppe, Zwillings- und Drillingsfenster.
 
 
Rathaus Roskilde (DK),
 
12. Jh. Turm gotischer Backsteinbau (ehemals Kirchturm). Staffelgiebel mit Blendwerk, ,vorgesetztes Portal. Anbau neugotisch, 19. Jh.
 
 
Belfried Tournais (B).
 
Um 1200, 102 m hoch. Ältester Belfried Belgiens, 14. Jh. restauriert und aufgestockt. 3-geschossiger Unterbau mit polygonalen Türmen und Balustrade. UNESCO Welterbe.
 
 
Belfried Calais (F),
 
13. Jh., 38 m hoch. Über schlankem viereckigen Unterbau springen reich verzierte Obergeschosse vor. (Rathausbau: Ende 19. Jh.) UNESCO Welterbe.
 
 
Rathaus der Freien und Hansestadt Lübeck (D)
 
Vor 1225 ertmals erwähnt. 1308 fertiggestellt. Ganz links ältestes Teilgebäude (frühgotisch) mit hoher Schildwand. Laubengänge, Renaissance-Treppe und 2-geschossige ~laube (nicht im Bild).
 
 
 Rathaus der Hansestadt Münster (D).
 
Um 1250 erster Steinbau. Um 1395 Fassade. Unten Laube mit Spitzbogenarkaden auf Rundpfeilern, 4 Maßwerkfenster im ersten Stock, Schaugiebel mit 7 Achsen, Maßwerk und Fialen, wohl vom Ende des 14. Jh. Wiederaufbau nach dem Krieg (ab 1950).
 
 
Rathaus der Freien Reichsstadt Goslar (D)
 
1269 erstmals erwähnt, 15. Jh. Baubeginn, spätgotisch. Mit Laubengang. Spitzbogenarkaden auf polygonalen Pfeilern. 6 Maßwerkfenster und Zwerchgiebel in der Achse der Arkaden-Bögen. Freitreppe links. Prachtvoller spätgotischer Huldigungssaal.
 
 
Palazzo Publico Siena (I).
 
1297 begonnen, 1305 Obergeschoß. Turm mit quadratischem Grundriß, 102 m. Mitte 14. Jh. Backsteinverkleidung, Spitzbogenarkaden im Erdgeschoß. In 2 Geschossen darüber: Drillingsfenster. Obergeschoß zinnengekrönt.
 
 
Altes Rathaus der Freien Hansestadt Bremen (D)
 
1259 erstmals erwähnt. 1405-10 Saalbau. Spätgotische Backsteinarchitektur. Maßwerkfenster im Obergeschoß.UNESCO Welterbe.
 
 
Altes Rathaus der Freien Hansestadt Bremen (D).
 
Anfang 17. Jh. Umgestaltung der Fassade im Stil der Weserrenaissance, Mittelrisalit, Laubengang mit Rundbogenarkaden. UNESCO Welterbe.
 
 
Altstadtrathaus Braunschweig (D).
 
1274 erstmals erwähnt, Zwei-Flügel-Anlage, steile Staffelgiebel. 15. Jh.: 2-geschossige Laube, gekrönt mit hochgotischen Maßwerkgiebeln. 15. Jh.: Standbilder von ottonischen und welfischen Kaisern und Königen. Rechts: Altstadtmarktbrunnen.
 
 
Rathaus Hildesheim (D).
 
Vor 1290 erstmals erwähnt. Gedrungener Staffelgiebel mit Maßwerkfenstern. Laubengänge mit Arkaden vor Ursprungsbau gesetzt. Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg.
 
 
 
Rathaus der Hansestadt Stralsund (D)
 
2. Hälfte 13. Jh. begonnen. 2. Hälfte 14. Jh. reiche Schaufassade (Vorbild Lübeck). Diente auch als Kaufhaus. Spätgotischer Backsteinbau, 4 Flügel, 2 Laubenhallen, darüber 2-geschossiger Ratssaal.
 
 
 
Altes Rathaus Würzburg (D).
 
1316, Turm 55 m. Seit 1256 Rat bezeugt. Sitz des bischöflichen Burggrafen. Ständig erweitert.
 
 
 
Rathaus Bamberg (D).
 
1361 erstmals erwähnt. Fachwerk und Naturstein, auf Regnitz-Insel gebaut. Mitte 15. Jh. gotisch umgebaut. Im 18. Jh. Umbau im Stile des Barock mit Fachwerkhäuschen und Fassadenmalerei an den Längsseiten.
 
 
 
Rathaus der Hansestadt Lemgo (D).
 
1325-1612. 1325 Langhaus im O., 1440/1490 – mittlerer Westgiebel, 16. Jh. Rats- und Gerichtslaube. Kornherrenstube – Ratsstube. 1612 – als Höhepunkt der Weserrenaissance der Apothekenerker (nicht im Bild). Laubengänge, gotische Staffel- und Renaissancegiebel. Blick von SW. Unesco-Liste 1.
 
 
 
Ratsstubenbau "Gerichtslaube" Freiburg (D).
 
Um 1300. Ältestes Rathaus der Stadt, 2 Ratsstuben übereinander, Staffelgiebel. Unten schmale Spitzbogenfenster, Freitreppe.
 
 
 
Rathaus der Freien Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber (D).
 
Vor 1390 erstmals erwähnt. Links gotischer Gebäudeteil mit Turm (60m). Mit Staffelgiebel und Kaisersaal. Um 1575 Renaissancebau (Foto: Public Domain Wikipedia)
 
 
 
Rathaus Brügge (B).
 
1376-1420. Eines der ältesten Flanderns. Hauptbau sechsachsig mit 3 polygonalen Türmchen. Hohe Maßwerkfenster im Obergeschoß. Reicher Figurenschmuck. Gotischer Saal, mit Wandmalereien (19. Jh.).
 
 
 
Rathaus Brügge (B). 1376-1420.
 
Eines der ältesten Flanderns. Hauptbau sechsachsig mit 3 polygonalen Türmchen. Hohe Maßwerkfenster im Obergeschoß. Reicher Figurenschmuck. Gotischer Saal, mit Wandmalereien (19. Jh.).
 
 
 
Rathaus Münstereifel (D)
 
Anfang 14. Jh. Erst 1476 erwähnt. Damals auch Gewandhaus, erst später nur Rathaus. Staffelgiebel mit polygonalen Erkern, Laubengang. Obere Halle: Ratssaal.
 
 
 
Rathaus Konstanz (D) 14. Jh.
 
Im 16. Jh. Umbau im florentinischen Renaissancestil. Zunfthaus der Kramer und Leineweber. Ende 16. Jh. Stadtkanzlei. 19. Jh. Fresken.
 
 
 
Historisches Kaufhaus Freiburg (D)
 
1378 erstmals erwähnt. 1532 fertiggestellt. Markt und Zollverwaltung des Rates. Spätgotisch, mit Staffelgiebeln, Laubengang mit großen Arkadenbögen und Kreuzrippengewölbe. Polygonale Eck-Erker.
 
 
 
Altes Rathaus der Freien Reichsstadt Dinkelsbühl (D)
 
Anfg. 14. Jh. 1361 als Steinhaus einer Patrizierfamilie genannt. Erste Hälfte 16. Jh. erweitert. Gotischer Wohnturm. Vierflügelanlage um Innenhof, Quaderbau. Bis 1855 Rathaus.
 
 
 
Rathaus Grimmen (D)
 
Um 1400. Backsteingotik, 7-achsiger Staffelgiebel mit Blendmaßwerk und barocker Haube, 3 Rundbogenfenster über kreuzgratgewölbtem Laubengang mit vier 8-eckigen Pfeilern.
 
 
 
Altes Rathaus der Freien Reichsstadt Lindau (D)
 
1422-1436 - Rückseite. Im Stil der Spätgotik mit Staffelgiebel, 16. Jh.: Umbau im Renaissance-Stil. Fassaden-Bemalung (Historische Bilder). Gotischer Rathaussaal.
 
 
Dogenpalast Venedig (I) Ab 1340 (Umbau bestehenden Palastes).
 
Sitz von Regierung, Verwaltung und Gerichten. 2-geschossige Arkaden. Einer der schönsten gotischen Profanbauten.
 
 
 
Rathaus Sangerhausen (D),
 
1431-37, spätgotisch, Bruchstein, unverputzt, Freitreppe, Vorgängerbauten abgebrannt
 
 
 
Rathaus Gent (B),
 
15. – 17. Jh. Spätgotischer Teilbau mit Auslucht, Maßwerkfenstern und Figurenschmuck.
 
 
 
Rathaus Gent (B),
 
1595 – 1618 Renaissance-Bau
 
 
 
Rathaus Cirencester (GB)
 
Um 1500. Bis 18. Jh. Ratsaal über Südportal der Pfarrkirche St. John Baptist (Perpendicular).
 
 
 
Rathaus Arras (F),
 
1436-1554. 15.–17. Jh. Belfried – 75 m hoch. Spätgotisch, mit Laubengang, Maßwerkfenstern und einer Vielzahl von Giebelgauben. Nach 2. Weltkrieg wieder aufgebaut. UNESCO-Welterbe.
 
 




GOTIK

Kathedrale von Saint-Denis

st denis paris 2 2

Während Saint-Denis, ein nördlicher Vorort, heute gelegentlich durch wenig erfreuliche Schlagzeilen von sich reden macht, war es im 12. Jh. ein befestigtes Städtchen, dem das Kloster, Grablege der französischen Könige seit dem 10. Jh., große Bedeutung verlieh. weiter >>

EINZELTHEMEN

Mittelalterliche Holzdecken und Dachstühle

decken5

Wenn Gläubige ihr Antlitz erheben, erwarten sie Pracht und Schönheit der symbolischen Himmel. In mittelalterlichen Kirchen gaben Baumeister, Zimmerleute und Maler für die Gestaltung von Holzdecken und Gewölben das Beste ihrer Kunst. weiter >>

ROMANISCH

Der Dom zu Speyer

speyer4

Immer beseelte große Herrscher der Wunsch, sich in möglichst imposanten Bauten zu verewigen. Das war in der Antike so und endete nicht im Mittelalter. Karl der Große schuf in Aachen seine Pfalzkapelle, die ottonischen Kaiser Otto I. und Heinrich II. errichteten Dome in Magdeburg und Bamberg. Die Salier schufen innerhalb von einhundert Jahren – der Dauer der Dynastie – einen Bau der Superlative, der den Titel Weltkulturerbe mehr als verdient. weiter >>

KURZBIOGRAFIE

Einhard

einhard1

Der Sohn einer unbedeutenden mainfränkischen Adelsfamilie schaffte es über eine Klosterausbildung in den engsten Beraterkreis Karls des Großen aufzusteigen. Als einziger der Karlsberater faßte Einhard Fuß am Hof des Thronfolgers. Den Zerfall des fränkischen Reiches sah er voraus, aber seine mahnende Stimme war leise geworden. Sein Ruhm, vor allem als Historiker und Biograf, begleitete ihn in die Einsamkeit des Odenwaldes. weiter >>

ROMANISCH

Klosterkirche Jerichow

jerichow02

Aus den grünen Elbauen im nördlichen Sachsen-Anhalt steigen braun-rote Doppeltürme auf und weisen seit 800 Jahren den Weg zur Klosterkirche, dem frühesten Denkmal romanischer Backstein-Architektur. weiter >>

GOTIK

Kathedrale von Wells

wells09

Inmitten großer Rasenflächen bezeugt The Cathedral Church of St Andrew den Willen englischer Baumeister der in Frankreich gewachsenen Gotik mit Ideenreichtum und virtuosem Können ein eigenes Gepräge zu geben. Sie bieten dem Besucher einige ihrer charakteristischen Entwicklungen, wie Chapter House, Lady Chapel und - einmalig in der Architekturgeschichte - die berühmten Scherenbögen. weiter >>