lipprose Werner Nolte über mittelalterliche Architektur und Geschichte

Karolingische Kirchen

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Karolingische Kirchen

Nach dem Niedergang spätantiken Bauens und dem zaghaften Neubeginn in ehemaligen römischen Provinzen kam mit Karls Reich eine neue Blüte der Architektur. Wenig aus der Fülle ist erhalten, doch jeder Bau, von ehemaligen Klosterkirchen über imposante Westwerke hin bis zur Krönung, der Pfalzkapelle in Aachen, lohnt die Reise...

 

 

 

 

Die Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen

Einhard-Basilika, Michelstadt

Karl der Große, der erste Nachfolger der römischen Cäsaren im Westen, veranlaßte nicht nur die nach ihm benannte Renaissance der Künste und Wissenschaften, er hatte offensichtlich auch ein Händchen für Marketing. Die nach ihm benannte Architektur, an der Spitze seine Pfalzkapelle in Aachen, war auch ein Signal an seinen Rivalen, den Kaiser Nikephorus I. in Byzanz: "Ich bin Dir ebenbürtig". weiter >>


Einhard-Basilika, Michelstadt

Einhard-Basilika, Michelstadt

Vor 1200 Jahren war der Odenwald finstere Waldeinsamkeit, der richtige Platz, um in einem selbst erbauten Kloster vom Streß der großen Politik auszuruhen. Die von Einhard, dem Biographen Karls des Großen, erbaute Basilika ist die einzige, die aus dieser Zeit nördlich der Alpen erhalten ist. Hier wird, auch in der urigen Stollenkrypta, frühes Mittelalter erfahrbar. weiter >>


St. Johann, Müstair

St. Johann, Müstair

In einem einsamen Tal Graubündens hat eine der wenigen erhaltenen karolingischen Saalkirchen Bergwintern und Abriß getrotzt. Und: In ihren Mauern schlummerten, jahrhunderte lang unentdeckt, Fresken unter altersschwarzem Putz. Sie sind, trotz der Zerstörungen durch spätmittelalterliche Bauwut, einzigartig. weiter >>


Königshalle Lorsch

Tor-Halle Lorsch

Nicht einmal Ruinen blieben von den meisten der über vierhundert im karolingischen Reich gegründeten Klöster. Ein Juwel unter den wenigen erhaltenen Repräsentationsbauten steht im Odenwald. weiter >>


Westwerk Corvey

Westwerk Corvey

Während in diesem dunklen Jahrhundert Ungarn und Wikinger reihenweise Klöster niederbrennen, finden Mönche im Sachsenland den Mut für einen prächtigen Bau, der als einziger seiner Art erhalten ist. Außen wuchtig, wehrhaft, innen von majestätischer Würde - eine letzte Blüte karolingischer Architektur. weiter >>

 

 

 

 Karolingische Kirchen (Fortsetzung)

 ... "L’art est inséparable de la vie!" Diese Worte unseres Kunstlehrers in Paris (lang, lang ist's her) habe ich nie vergessen. Und wie Recht er hatte.

Stellen wir uns vor, des großen Karls Bruder, Karlmann, wäre nicht zur rechten Zeit gestorben.

Die beiden Brüder hatten stark unterschiedliche politische Vorstellungen und sollen sich persönlich nicht verstanden haben. Ein Bürgerkrieg war nicht ausgeschlossen. Im Gegensatz zu den fränkischen Reichsteilungen unter den Merowingern in einen Ost- und einen Westteil (Austrien und Neustrien), wurde das Reich nach dem Tode Pippins III. (768) in eine Nord- und eine Südhälfte geteilt. Karlmann’s Anteil war ein Block im Südwesten, Süden und Südosten des Reiches, umgeben von Karls Reichsteil im Westen, Norden und Nordosten – schwer zu verteidigen und zu verwalten. Eine "karolingische Renaissance", wie wir sie kennen, ist kaum vorstellbar unter diesen Bedingungen.

Der Tod regelte diese Probleme. Ein fähiger König beherrschte nun für über vier Jahrzehnte das gesamte Frankenreich, im Inneren friedlich und groß genug, auch ohne die späteren Eroberungen im Osten und Süden – die besten Voraussetzungen für ein Aufblühen von Kunst und Wissenschaft.

Neben vielen anderen Reformen (Bildung, Finanzen, Heer, Recht, Kirche etc.) fand auch die Kunst Karl’s Interesse. Sie war nicht Selbstzweck, sondern hatte seinen politischen Zielen zu dienen, wobei er auf römische Traditionen zurückgriff.

Das galt auch für die Architektur. Karl wird gelegentlich mit dem oströmischen Kaiser Justinian (527-65) verglichen, einem großen Bauherren. Und hier sind wir bei einem der politischen Probleme des Frankenherrschers. Natürlich betrachteten sich die byzantinischen Herrscher als einzige legitime Nachfolger der römischen Cäsaren und Karl (Germane, sprich Barbar) als einen Emporkömmling. Er mag erkannt haben, welche Kluft ihn vom römischen Kaisertum trennte, dessen Nachfolge er antreten wollte. Die Kunst sollte helfen, diesen Abstand zu verringern.

Die Architektur eignete sich gut dazu, herrscherliche Macht und Selbstbewusstsein zu demonstrieren und Anspruch auf Gleichberechtigung mit Byzanz, anzumelden. Das beste Beispiel hinterließ er uns mit der Pfalzkapelle zu Aachen, ein Bau des Typs königlicher Zentralbau, den Bandmann die vornehmste aller Kirchen nennt.

Neben Zentralbauten wurden Basiliken und Saalkirchen errichtet. Wenige Beispiele einer Sonderform, den 3-Apsiden-Saal, finden wir im Alpengebiet (>Müstair).

Eine Reihe von Autoren, wie Bandmann, Koch, schreiben der karolingischen Architektur Neuschöpfungen zu. Sie beziehen sich vor allem auf den mehrstöckigen Westquerbau, Vorgänger der späteren Westwerke. Diesen Bauteilen wird oft eine politische Bedeutung zugewiesen (Sitz des Herrscherthrones, Ausdruck einer Balance zwischen kirchlicher und weltlicher Macht, etc.) Das wird kontrovers diskutiert.

Einige Autoren sehen auch in den Doppelchören, die nach Koch in einigen karolingischen Basiliken  nachgewiesen wurden, z.B. in der Stiftskirche Fulda (791-819) eine karolingische Neuerung. Nach Jean Hubert gab es vor Karl keine Doppelchöre.

Der Kölner Dombaumeister i.R., Prof. Wolff, steht diesen Aussagen skeptisch gegenüber und sieht in der Aachener Pfalzkapelle eher den letzten Bau der Antike, als die erste bedeutende Kirche des europäischen Mittelalters.

Wer sich den heutigen Aachener Dom ohne gotischen Chor vorstellt, wird in der Tat sehr an byzantinische Architektur erinnert. Der Westbau ist allerdings teilweise untergegangen.

Doch obwohl viel gebaut wurde unter den Karolingern, sind nur wenige Bauten erhalten. Lassen sie, trotz vieler Ausgrabungen, eine fundierte Aussage über die Innovationskraft der karolingischen Architektur zu?

Karolingische Baumeister haben viel ausprobiert. Das ging zu Lasten der Einheitlichkeit. Das Querhaus war kein gleichwertiges Bauelement. Die Durchsetzung der völlig ausgeschiedenen Vierung und des gebundenen Systems blieb den Nachfolgern in der ottonischen Epoche vorbehalten.

Von der karolingischen Profan-Architektur - es sollen allein knapp einhundert Pfalzen gewesen sein – ist noch weniger erhalten, als von den Sakralbauten.

 

Literatur (Auszug) 

Bandmann, Günter, Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger, Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1994

Fillitz, Hermann, Propyläen Kunstgeschichte, Das Mittelalter I, Propyläen-Verlag, Berlin, 1990,

Hubert, Jean/Porcker, J./Volbach, W.F., in: Universum der Kunst - Die Kunst der Karolinger, Malraux, André/Parrot, André (Hrsg.), Verlag C. Beck, München, 1969

Koch, Wilfried, Baustilkunde, Sakralbau, Gütersloh, Bertelsmann Lexikon-Verlag, 1993

Vortrag

Wolff, Arnold, Romanische Kunstlandschaften, Karl-Rahner-Akademie, Köln, 2003

 




 
 

Karolingisch

Die Pfalzkapelle Karls des Großen in Aachen

 

Karl der Große, der erste Nachfolger der römischen Cäsaren im Westen, veranlaßte nicht nur die nach ihm benannte Renaissance der Künste und Wissenschaften, er hatte offensichtlich auch ein Händchen für Marketing. Die nach ihm benannte Architektur, an der Spitze seine Pfalzkapelle in Aachen, war auch ein Signal an seinen Rivalen, den Kaiser Nikephorus I. in Byzanz: "Ich bin Dir ebenbürtig".

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Dom zu Aachen: Teilansicht von Nord, Links karol. Oktogon mit barocker Haube, rechts gotische Turmkonstruktion, auf karolingischem Westbau. Davor rechts Nikolauskapelle, links Hubertus- und Karlskapelle (alle 15. Jh.).

 

Viele Berufene haben über diesen Bau geschrieben. Da zögert der Laie, den vorhandenen Abhandlungen eine weitere hinzuzufügen. Die einzige Berechtigung ist die Tatsache, daß auch eine kleine Serie über karolingische Baukunst ohne die Erwähnung der Pfalzkapelle, Kernbau des heutigen Domes, unvollständig ist. Sie ist das wichtigste und prachtvollste Beispiel karolingischer Sakralarchitektur und das nicht nur, weil so vieles untergegangen ist. So stehe ich staunend, wie in Ravenna, vor dem Wunder, daß dieses Monument die zahlreichen anderen Bauten der Epoche überlebt hat, wenn auch mit vielen An- und Umbauten.

 

Karolingische Pfalzkapelle - heutiger Dom

Wir können uns kaum vorstellen, welchen Eindruck die der Gottesmutter geweihte Kapelle als Teil der Kaiserpfalz auf die Zeitgenossen gemacht haben muß, sofern es nicht die wenigen Weitgereisten waren, die die anderen Machtzentralen auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Reiches und ihre Prachtbauten kannten. (Rom, Konstantinopel mit der schon gut 250 alten Hagia Sophia und Córdoba, seit 711 muslimisch, dessen große Blüte noch bevorstand.)

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Dom zu Aachen: Modell, Ansicht von NW. Von links: Gotische Halle, Pfalzkapelle, Westbau.

 

Der heutige unvorbereitete Besucher sieht ein Domensemble, in dem das Oktogon, die eigentliche Pfalzkapelle, jedenfalls rein optisch an Bedeutung verloren hat. Es wirkt wie eingezwängt zwischen der fast gleich hohen prächtigen gotischen Halle im Osten und dem beide überragenden gotischen Turmensemble (aufgesetzt auf 2 Geschosse aus dem 8. Jahrhundert) im Westen, das durch einen Laufgang mit dem Oktogon verbunden ist. Außerdem umgeben den karolingischen Kernbau insgesamt 5 Kapellen, einige zweigeschossig. Das Modell verdeutlicht die Situation.

 

Und was sahen Karls (König 768-814) Zeitgenossen? Für sie war es einfacher. Die über 30 m aufragende Pfalzkirche mit wahrscheinlich 8-teiligem Zeltdach und von Treppentürmen flankiertem Westbau, sowie 2-geschossigem rechteckigen Chor überragte mühelos die damaligen Nebengebäude. (Atrium im Westen und 2 Annexbauten in Nord und Süd.) Die Baugruppe war nach neuen Untersuchungen verputzt und leuchtete rot, wie zeitgenössische byzantinische Kirchenbauten. Diese Farbe galt als Machtsymbol.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Blick in das Oktogon, oberer Umgang mit "Säulengitter", Fenster, 8-teiliges Klostergewölbe. Durch das Säulengitter Blick in die gotische Halle.

 

Die Kuppel überragte die niedrigen Lehm- und Fachwerkbauten der Siedlung Aquis villa, die wenigen Bischofskirchen, die Pfarr- und Klosterkirchen und die kleinen Eigenkirchen des Adels im Land, ohnehin oft Holzkonstruktionen. Nach Untermann war sie auch höher als alle anderen karolingischen Pfalzkirchen.

 

Nur Adel und Klerus durften stehend (der Karlsthron war der einzige Sitzplatz, wo immer er damals auch stand) die goldschimmernden Mosaike der Decken, die prächtigen Säulen, großartigen Bronzegitter und Bodenmosaike bewundern. Das Volk draußen staunte über schiere Größe und Exotik der Architektur.

 

Pfalzkapelle als politische Aussage

Und beeindrucken wollte Karl mit dieser Kirche. Das unterstrich schon der Bautyp – keine Basilika, sondern ein herrscherlicher Zentralbau mußte es sein. Er sollte Staunen und Aufsehen erregen, seinen Anspruch untermauern, dem Basileus in Byzanz, der sich als einziger legitimer Erbe des römischen Gesamtreiches verstand, als Nachfolger der Cäsaren im Westen gleichwertig zu sein. Der Einbau wertvoller Spolien aus der zeitweiligen weströmischen Kaiser-Residenz Ravenna betonte diesen imperialen Ehrgeiz.

 

Was mag der Basileus Nikephorus I. (Ks. 802-811) in seinem Prachtpalast in Konstantinopel von dieser Anmaßung des fränkischen "Barbaren" gehalten haben? Wir kennen keine Details, aber er verweigerte 803 einer fränkischen Gesandtschaft die Anerkennung Karls. Der hatte erst neun Jahre später, zwei Jahre vor seinem Tod, die Genugtuung, vom neuen Basileus Michael I. (Ks. 811-13) anerkannt zu werden.

 

Für Karl war die Pfalzkapelle nicht nur Hof- und Palastkirche. Sie war auch Schatzkammer und Grablege, in der er an seinem Todestag, dem 28. Januar 814, bestattet wurde. Sie war mit den Profanbauten der Pfalz das Zentrum des fränkischen Reiches. Nach dessen Untergang verlor sie nicht an Bedeutung. Sie wurde Krönungskirche der deutschen Könige bis zum Ende des Mittelalters.

 

 

Vorbilder, Baugeschichte, Bautechnik

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
San Vitale, Ravenna

 

Die Frage nach Vorbildern ist nicht einfach zu beantworten. Nördlich der Alpen gab es keines. Die Literatur nennt neben anderen oft den spätantiken Bau S. Vitale in Ravenna, den Karl während seiner wohl fünf Italienaufenthalte gesehen haben soll.

 

Ich habe San Vitale besucht. Es gibt Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede.

 

Hier nur einige:

 

  • San Vitale wurde aus Ziegeln erbaut, die Pfalzkapelle aus Bruch- und Haustein.
  • Beides sind Zentralbauten mit Umgang, aber das obere Geschoß ist in Aachen deutlich höher als in Ravenna, der Innenraum steiler.
  • Einem strengen inneren Oktogon in Aachen stehen weiche konkav geschwungene Formen in Ravenna gegenüber, die für mich mehr Weite suggerieren.
  • Innen und außen ist San Vitale oktogonal, der Außenbau in Aachen sechzehnseitig.
  • Der mehrgeschossige Westbau in Aachen fehlt in Ravenna.
  • Die Kuppel ist dort ebenfalls vorhanden, aber von außen als solche nicht sichtbar. Und: Sie ist, im Gegensatz zu Aachen, mit Tonröhren abgestützt.

 

Die Unterschiede zeigen: Bei aller Anlehnung an Vorbilder wurde in Aachen Eigenständiges geschaffen.

 

Es werden auch andere Vorbilder genannt, z. B. solche aus Byzanz. Braunfels nennt hier SS. Sergio et Bacchos in Byzanz, ein ebenfalls achtseitiger Zentralbau.

 

Auch die Angaben in der Literatur zum Baubeginn differieren. Einige Autoren weichen dem Thema aus. Es schien, als ob es niemand genau wisse. So könnte man sich damit begnügen, als Baubeginn das letzte Drittel des 8. Jahrhunderts festzulegen und die Fertigstellung zwischen 800 (Kaiserkrönung Karls) und 805 (mögliche Weihe durch Papst Leo III. [Papst 795-816]) anzusetzen. Aber Untermann schließt aus dendrochronologischer Untersuchung eines hölzernen Ringankerteiles auf Fertigstellung spätestens 788. Der Dombaumeister jedoch, nach Untersuchungen von Fundamenthölzern mit gleicher Methode (Stand 2014) legt sich auf frühestens 798 für den Baubeginn fest.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Oben oktogonaler Tambour mit Faltdach. Darunter: sechzehnseitiger Unterbau.

 

Die meisten Autoren nennen Bischof Odo von Metz als Baumeister, schließen aber nicht aus, daß der berühmte Einhard beteiligt war. Sicher scheint, daß der oder die Baumeister hervorragende Kenntnis byzantinischen Bauens hatten und daß auch die Werkleute aus Italien oder Byzanz kamen, wie auch im Falle der Bartholomäus-Kapelle in Paderborn, gut 200 Jahre später.

 

Kehren wir zurück nach Aachen und betrachten die Kapelle von außen. Das ist durch die Bebauung schwierig.

 

Den karolingischen oktogonalen Tambour, der die Kuppel trägt, sieht man noch recht gut. Die oberhalb eines Gesimses umlaufende Blendarkade und die Ziergiebel wurden Ende des 19. Jahrhunderts nach Vorbildern des 12. Jh. erneuert. Das in diesem Ensemble fremdartig anmutende Faltdach wurde 1664 aufgesetzt und kürzlich wieder mit Bleiplatten gedeckt.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Karolingischer Westbau mit großer Nische.

 

Das Mauerwerk des 16-seitigen Unterbaus bekommt man außen nur an wenigen Stellen zu Gesicht. Die Ecken des Unterbaus sind im Gegensatz zum Tambour nicht durch Pilaster markiert. Beide sind durch ein umlaufendes Gesims getrennt.

 

Einen guten Blick hat der Besucher vom Domhof aus auf den Westbau. Er hat die gleiche Geschoßteilung wie der Kuppelraum. Dieser Westbau wird von Koch und vielen anderen Autoren als rein fränkische Eigenschöpfung angesehen.

 

Es fällt die große Rundbogennische auf, in die ein gotisches Fenster gebrochen wurde. Rechts und links zeigen sich die Wände der beiden karolingischen Treppentürme mit ihren schießschartenähnlichen Öffnungen.

 

Aus diesem Westbau wurden nach den meisten Autoren die Westwerke entwickelt, die für manche karolingische und ottonische Bauten charakteristisch sind. (Corvey)

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Teil der Kuppel. Mosaiken: Ende 19. Jh.

 

Zur Mauertechnik des karolingischen Baues: Durch Untersuchungen des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege seit dem Jahr 2000 wissen wir Erstaunliches. Rund 1700 qm Fassadenfläche wurden untersucht mit dem Ergebnis, daß ca. 80 Prozent der Wände aus der Zeit Karls stammen und weitgehend unverändert sind. Es wurden über 20 verschiedene Gesteinsarten verwendet, darunter Herzogenrather Sandstein und Aachener Blaustein, aber auch Trachit vom Drachenfels, ein Material, das über 450 Jahre später gute Dienste beim Bau des Kölner Domes leistete.

 

Aber auch das: Einige der Quader hatten schon anderen Zwecken gedient und stammten aus römischen Bauten (nach Braunfels aus der Stadtmauer von Verdun), nichts Ungewöhnliches in damaliger Zeit.

 

Auch die Frage, warum das schwere achtseitige Klostergewölbe von nur 85 cm dicken Mauern getragen werden kann, ist nun geklärt. Nicht Tonröhren helfen hier wie in San Vitale. Eiserne Ringanker sind die Erklärung.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Pfeilerarkaden des unterern Umgangs.

 

Durch eine tonnengewölbte Vorhalle betritt der Besucher den Zentralraum. Unten stützen massige marmorverkleidete Pfeiler die niedrigen Rundbogen-Arkaden des Achtecks. Die Pfeiler setzen sich in schlankerer Form oberhalb eines Gesimses und einer Weiheinschrift fort. Auf ihnen ruhen die hohen Arkaden des Obergeschosses, die ihrerseits Fensterzone und Kuppel tragen.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: "Säulengitter" des oberen Umgangs.

 

In die Arkaden des oberen Geschosses, haben die Baumeister, auf 2 Ebenen, je 4 Säulen eingespannt. Die Experten sprechen gern von "Säulengittern". Die 32 Säulen haben keine statischen Aufgaben. Als reine Schmuckelemente hatten sie hohe Bedeutung für die Demonstration kaiserlichen Anspruches. Aus Ravenna herbeigeschafft, wollte Karl mit ihnen an das römische Imperium anknüpfen. Die antiken Säulen waren so wertvoll, daß sie Ende des 18. Jh. vom franz. Revolutionsheer nach Paris geschafft wurden. Nur ein kleiner Teil gelangte zurück.

 

 

Ausstattung

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Bronzetüren (Wolfstüren)

 

In der Nähe der Pfalzkapelle fand man 1911 Reste einer karolingischen Bronzegießerei. Neben den Türen wurden dort auch die 8 Bronzegitter des oberen Umgangs gefertigt. Vermutungen, sie könnten als Spolien aus Ravenna geholt worden sein, sind damit widerlegt.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Löwenkopf.

 

Die so genannten "Wolfstüren" mit aufgesetzten Löwenköpfen wiegen je ~ 2,5 Tonnen. Ihr Guß war eine gewaltige Herausforderung für die Zeit. Der frühere Standort war direkt am Durchgang von der Vorhalle in den Kirchenraum. Ursprünglich trugen die Löwenköpfe Griffringe. Einige weitere kleinere Türen, sind teilweise erhalten. Die Türen orientierten sich, wie so vieles in der Pfalzkapelle, an antiken Vorbildern.

 

Imposant ist der riesige Radleuchter im Oktogon, gefertigt um 1160, gestiftet von Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1122/25-1190). Er ist einer von vieren, die noch in Deutschland existieren, der größte von allen im Dom zu Hildesheim. Radleuchter versinnbildlichen mit ihren Türmen und Toren eine Stadt, das Himmlische Jerusalem aus der Offenbarung des Johannes.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Radleuchter

 

Der prächtige Schrein mit den Gebeinen Karls ist nach dem Dreikönigsschrein im Kölner Dom das größte romanische Werk der Goldschmiedekunst dieser Art an Rhein und Maas. Im Jahre 1165 hatte  Friedrich I. (Ks. 1152) die Gebeine heben lassen und wohl den Auftrag erteilt. Der ursprünglich verwendete römische Marmorsarkophag ist in Aachen erhalten.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Pfalzkapelle Aachen: Schrein mit Karls Gebeinen.

 

Der so genannte Thron Karls steht heute auf der Westempore. Er hat zu vielen Diskussionen der Experten geführt, vor allem hinsichtlich des Datums seiner Entstehung. Vor Jahren hörte ich in Aachen, er sei der Ottonik zuzurechnen. Bei meinem Besuch in 2005 wurde gesagt, der Thron sei im Ursprung sehr wohl eine karolingische Arbeit, wenn auch später "restauriert". Sicher war schon früh, daß die verwendeten 4 weißen Marmorplatten antik sind.

 

Der Sitz hat hohe historische Bedeutung. Auf ihm nahmen zwischen 936 und 1531 dreißig deutsche Könige während der Krönungsfeierlichkeiten Platz. Nur wer dort gesessen hatte, konnte zum Kaiser gekrönt werden.

 

Ich habe aus Platzgründen nur die wichtigsten Kunstschätze des Domes genannt. Neben der Schatzkammer sollte sich der Besucher auf alle Fälle den prunkvollen Ambo (Kanzel), das Adlerpult und den Hauptaltar mit der so genannten "Pala d’oro" ansehen.

 

 

Auswirkungen der Architektur auf Folgebauten

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Doppelkapelle auf Schloß Neuenburg (Sachsen-Anhalt): Anfg. 13. Jh.

 

Das ist viel diskutiert worden. Einen ernst zu nehmenden Hinweis auf St. Maria, eine 877 geweihte Stiftskirche Karls des Kahlen (823-877) in seiner Pfalz in Compiègne, gibt ein berühmtes Gedicht.

 

In Brügge fanden Archäologen unter der heutigen Stiftskirche St. Donatus (13. Jh.) Spuren des Vorgängerbaues mit achteckigem Hauptraum und sechzehneckigem Umgang und Umgangsjochen, die der Aachener Pfalzkapelle entsprechen. Darüber hinaus gibt es eine gute Beschreibung. Die Bauzeit ist unsicher – um 900.

 

Die um 1030 erbaute Pfalzkapelle St. Nikolaus in Nimwegen und die Kapelle St. Georg in Goslar hatten Bezüge zur Pfalzkirche Karls. Die Abteikirche von Ottmarsheim im Elsaß aus gleicher Zeit ist die einzige erhaltene Kopie.

 

Pfalzkapelle Karls des Großen, Aachen
Doppelkapelle Kaiserpfalz Goslar: Ende 11. Jh.

 

In späteren Jahrhunderten bauten Adlige und mächtige Herrscher Doppelkapellen in Burgen und Schlössern mit unterschiedlichen Grundrissen. Die Funktion dieser Kapellen ist nicht eindeutig geklärt. Früher wurde angenommen, dass in diesen Zentralbauten die Herren oben ungestört dem Gottesdienst im Untergeschoß beiwohnten, wie Karl der Große Jahrhunderte zuvor. Das wird neuerdings hinterfragt.

 

Nur die Ulrichskapelle der salischen Kaiserpfalz zu Goslar, die Doppelkapelle der Nürnberger Burg, (um 1240), die Grablege des Erzbischofs und Kanzlers Arnold von Wied in Schwarzrheindorf bei Bonn (um 1150) und die Doppelkapelle der Neuenburg in Sachsen-Anhalt seien hier erwähnt.

 

Außerdem wurde ein einzelnes Bauelement mehrfach kopiert, das "Säulengitter", wie in St. Maria im Kapitol und der Stiftskirche in Essen.

 

So ist die Pfalzkapelle in Aachen Mittlerin zwischen byzantinischen/spätantiken Bauten und Monumenten des hohen Mittelalters.

 

Unesco Welterbe

 

 

Literatur

Adam, Ernst, Baukunst im Rheinland, in: Rhein und Maas, Kunst und Kultur 800-1400, Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Köln, L. Schwann Verlag, Düsseldorf, Köln 1972

Bandmann, Günter, Mittelalterliche Architektur als Bedeutungsträger, Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1994

Behringer, Charlotte/Merlin, Peter/Norton, Natasha/Sondermann, Elga, Kathedralen, Hundert Wunderwerke des Abendlandes, I.P. Verlagsgesellschaft International Publishing GmbH München, 1991, für Nebel-Verlag

Binding, Günther, Der romanische Baubetrieb, in: Rhein und Maas, Kunst und Kultur 800-1400, Katalog zur Ausstellung in der Kunsthalle Köln, L. Schwann Verlag, Düsseldorf, Köln 1972

Braunfels, Wolfgang, Die Kunst im Heiligen Römischen Reich, Band II und IV, Verlag C.H. Beck, München, 1980

Fillitz, Hermann, Propyläen Kunstgeschichte, Das Mittelalter I, Propyläen-Verlag, Berlin, 1990,

Grodecki, Louis/Wagner, Eva-Maria, Vorromanische Kunst - Monumente des Abendlandes, Busch, Harald/Lohse Bernhard (Hrsg.), Umschau-Verlag, Frankfurt am Main, 1967

Haupt, Albrecht, Kunst und Baukunst der Germanen, Leipzig, Reprint-Verlag, Reprint der Originalausgabe von 1909

Hugot, Leo, Der Dom zu Aachen, Einhard Verlag, Aachen, 1991

Koch, Wilfried, Baustilkunde, Sakralbau, Gütersloh, Bertelsmann Lexikon-Verlag, 1993

Kubach, Hans Erich, Architektur der Romanik, in: Weltgeschichte der Architektur, Nervi, Pier Luigi (Hrsg.), Belser Verlag, Stuttgart, 1974

Mende, Ursula, Die Bronzetüren des Mittelalters – 800-1200, Hirmer Verlag, München 1994

Mrusek, Hans-Joachim, Deutsche Baukunst, Romanik, VEB E.A. Seemann Verlag, Leipzig, 1983

Pischel, Gina, Große Kunstgeschichte der Welt, Südwestverlag GMBH & Co. KG, München, 1980

Untermann, Matthias, „opere mirabili constructa“, Die Aachener 'Residenz' Karls des Großen, in: Kunst und Kultur der Karolingerzeit, Beiträge zum Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, Stiegemann, Christoph/Wemhoff, Matthias (Hrsg.), Verlag Philip von Zabern, Mainz, 1999

Untermann, Matthias, Karolingische Architektur als Vorbild, in: Kunst und Kultur der Karolingerzeit, Beiträge zum Katalog der Ausstellung Paderborn 1999, Stiegemann, Christoph/Wemhoff, Matthias (Hrsg.), Verlag Philip von Zabern, Mainz, 1999

Untermann, Mathias, Handbuch der mittelalterlichen Architektur, Wisenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2009

 

Netz 

LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland

www.denkmalpflegeamt.lvr.de/Aktuelles/06+Karls+Mauerwerk.htm


MONUMENTE Online – Magazin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

www.monumente-online.de/05/05/streiflicht/10_Aachen

Politecnico di Milano

www.hmg.polimi.it/coop/docs/25//denkmalschutzinfo_4_2003.pdf

Mittelalter Genealogie

www.mittelalter-genealogie.de/_byzanz

 

Eigene Beobachtungen

 

 

 

Überarbeitet: 2016

 
 




 Karolingisch

Einhardsbasilika in Michelstadt-Steinbach

Vor 1200 Jahren war der Odenwald finstere Waldeinsamkeit, der richtige Platz, um in einem selbst erbauten Kloster vom Streß der großen Politik auszuruhen. Die von Einhard, dem Biographen Karls des Großen, erbaute Basilika ist die einzige, die aus dieser Zeit nördlich der Alpen erhalten ist. Hier wird, auch in der urigen Stollenkrypta, frühes Mittelalter erfahrbar.

 Einhard-Basilika, Michelstadt

Langhaus und Apside von Süd-Ost.

 

Baugeschichte

Im Jahre 815 erhielt Einhard, der Berater Kaiser Ludwig des Frommen als Geschenk Land im Odenwald, seiner Geburtsregion.

 

Im heutigen Steinbach/Michelstadt wurde ab etwa 820 eine  Basilika erbaut, wahrscheinlich von Einhard selbst. Sie ist eine der wenigen erhaltenen aus karolingischer Zeit.

 

Die Reliquien des Hl. Marcellinus und eines auch Petrus genannten Märtyrers minderen Ranges, die Einhard um 827 für Steinbach aus Rom beschaffte, wurden wenig später nach Seligenstadt für die geplante Klosterkirche gebracht.

 

Der dortige Bau, auch Einhardsbasilika genannt, entstand etwa 10 Jahre nach Steinbach und stellt sich uns heute als makelloses (neu)romanisches Bauwerk mit gotischen und gar barocken Elementen dar. Den Hauch frühen Mittelalters habe ich, anders als in Steinbach, nicht empfunden. Karolingisches in Querhäusern und Mittelschiff ist fast untergegangen.

 

Anders in Steinbach. Wesentliche Teile dieser ursprünglich dreischiffigen Pfeilerbasilika sind erhalten, z.B. Mittelschiff, Apsis, Krypta. Obwohl der nördliche Nebenchor im 12. Jh. durch einen sogenannten "Winterchor" ersetzt wurde, soll der Bau nach dem "Dehio" die älteste so vollständig erhaltene Basilika nördlich der Alpen sein.

 

Beim ersten Blick vom Eingang der gepflegten Gesamtanlage in Seligenstadt her darf man sich vom südlichen Anbau am Hauptschiff nicht täuschen lassen. Er dient lediglich der Abstützung des Mittelschiffes. Der damalige Landeskonservator, Prof. Kiesow, später Vorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, entschied sich gegen eine Kopie des Seitenschiffes, weil wichtige Daten fehlten.

 Einhard-Basilika, MichelstadtMittelschiff

 

Baudetails

Christliche Symbolik war karolingischen Baumeistern ebenso vertraut wie denen der Spätantike  300 Jahre zuvor. Die Zahl der Apostel wird in der karolingischen Kirche durch 2 mal 6 Rundbogen-Arkaden (heute zugemauert) repräsentiert. Nicht edle Säulen tragen die Decke, sondern schlichte Backstein-Pfeiler.

 

Man denkt beim Format an römische Spolien. In der Tat aber waren wohl auch ungeübte Ziegler aus der Zeit Einhards am Werk, die ausgesprochen schlechte Qualität lieferten, wie das Hessische Landesamt für Denkmalpflege herausfand. Untermann jedoch berichtet, daß nur 260 Backsteine produziert wurden bei einem Gesamtbedarf von rund 7000 Stück.

 

Im Obergaden liegen die originalen kleinen Rundbogenfenster mit nach innen erweiterter Laibung in der Achse der Arkaden, die Mittelschiff und Seitenschiffe trennten. Diese strenge Ordnung entzückt heutige Fachleute. Es sollten einige hundert Jahre vergehen, ehe dies Standard im mittelalterlichen Kirchenbau wurde.

 Einhard-Basilika, MichelstadtHolzdecke um 1160

 

Auch 2 Original-Okuli in der Ostwand des Mittelschiffes lassen Licht ins Kircheninnere. Ein Drittes beleuchtete den Dachraum.

 

Die Basilika hatte früher flache Bretterdecken. Nur die Apsiden waren eingewölbt. Heute erblickt man vom Mittelschiff aus die eindrucksvolle Zimmermannsarbeit der Dachkonstruktion aus der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts.

 

Baugeschichtlich interessant ist die Chorsituation. Nördlich und südlich des Hauptchores mit halbrunder Apsis, der Höhe und Breite des Mittelschiffes übernommen hat, lagen kleinere niedrigere Seitenchöre mit ebensolchen Apsiden. Vom Hauptchor waren sie abgeschnürt und nur durch Türöffnungen erreichbar. Vergleichbare Dreizellen-Ostbauten gab es auch im westgotischen Spanien (>Santa Maria).

 

In der Hauptapsis haben sich Reste karolingischer Malerei erhalten.

 

Einhard-Basilika, Michelstadt
Ansicht von West.

 

Diesen Zellenquerbau nach byzantinisch-syrischen Vorbildern ließ Einhard übrigens in der Klosterkirche Seligenstadt fallen. Er entschied sich für ein durchgehendes Ostquerschiff.

 

Einhard-Basilika, Michelstadt
Stollenkrypta.

 

Die Situation im Westen ähnelte der im Osten. Hier ist viel umgebaut worden. Die dreiteilige karolingische Vorhalle wurde Ende des 12. Jahrhunderts durch eine romanische Zweiturm-Fassade mit Westchor ersetzt, die auch nicht erhalten ist.

 

Unter dem Chor befindet sich eine urtümliche Stollenkrypta, eine Vorgängerin der häufig erhaltenen Hallenkrypten. Zugang hatte man von den Seitenschiffen aus. Hier sollten die aus Rom geholten Reliquien angebetet werden. Die hier ursprünglich vorgesehene Ruhestätte Einhards und seiner Gemahlin Imma, wurde nach Seligenstadt verlegt.

 

Die Stollenkrypta besteht aus einem langen Nord-Süd-Gang unter der Querhausanlage, der von 3 West-Ost-Gängen gekreuzt wird, die unter Seitenschiffen und Hauptschiff verlaufen. Unter den 3 Chorräumen befinden sich im Scheitel der Apsiden Nischen für Altäre. Die Gänge sind tonnengewölbt und teils aus Backsteinen erstellt.


Literatur:

Conrad, Dietrich/Mertens, Klaus, Kirchenbau im Mittelalter, Edition Leipzig, 1990, 3. Auflage 1998

Dehio, Georg, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Hessen, Deutscher Kunstverlag, München, 1982, Backes, Magnus, Bearbeitung

Filitz, Hermann, Propyläen Kunstgeschichte, Das Mittelalter I, Propyläen-Verlag, Berlin, 1990

Kiesow, Gottfried, in: Backsteinbaukunst: Zur Denkmalkultur des Ostseeraumes, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2006,

Koch, Wilfried, Baustilkunde, Sakralbau, Gütersloh, Bertelsmann Lexikon-Verlag, 1993

Untermann, Matthias, Handbuch der mittelalterlichen Architektur, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 2009

 

Vorträge

Wolff, Arnold, Romanische Kunstlandschaften, Karl-Rahner-Akademie, Jan. - Februar 2003

 

 

Überarbeitung 2011 - "Seitenschiffe"

dito 2015 "Backsteine"

 
 
Eigene Beobachtungen




Karolingisch

St. Johann, Müstair

In einem einsamen Tal Graubündens hat eine der wenigen erhaltenen karolingischen Saalkirchen Bergwintern und Abriß getrotzt. Und: In ihren Mauern schlummerten, jahrhunderte lang unentdeckt, Fresken unter altersschwarzem Putz. Sie sind, trotz der Zerstörungen durch spätmittelalterliche Bauwut, einzigartig.

 St. Johann, Müstair (Graubünden)

Apsiden und Langhausgiebel

 

Bei der geringen Zahl der erhaltenen Bauten in Europa überrascht es schon, wenn man in entlegenen Alpentälern auf, wenn auch umgebaute, karolingischen Kirchen trifft.

 

Neben dem hier besprochenen Bau gibt es in der Nähe Kirchlein in Mals und Naturns mit bedeutenden Fresken. Der obere Vinschgau ist überhaupt eine Region, in der Natur und Kunst in schöner Harmonie leben.

 

Das ursprüngliche Benediktiner Herbergskloster Müstair, auf 1250 m ü. M. gelegen, 805 erstmals erwähnt, soll auf Karl den Großen zurückgehen. Der Legende nach wurde es nach glücklicher Überquerung der Alpenpässe im letzten Viertel des 8. Jh. gegründet. Nach einer anderen Version soll die Anlage durch den mit der Sicherung der Alpenpässe betrauten Bischof von Chur gegründet worden sein. Ist das Patrozinium des Wüstenheiligen ein dezenter Hinweis auf die weltferne Lage?

 

Architektur

Die Saalkirche wurde aus Bruchsteinen errichtet und innen und außen verputzt. Sie liegt heute unauffällig inmitten eines großen Kloster-Areals mit einer Reihe weiterer – u.a. auch mittelalterlicher - Bauten.

 

Bauhistorisch ist St. Johann - interessant, weil sie neben den bekannten Basiliken (z.B. Steinbach/Michelstadt) und Zentralbauten (z.B. Aachen, Fulda) den dritten Bautypus karolingischer Architektur zeigt – die einschiffige Saalkirche.

 

Anders als bei den bescheidenen Saalkirchen im Vinschgau wird die mittlere Apside von 2 kleineren flankiert. Alle sind mit hohen Blendbögen und je einem Rundbogenfenster geschmückt. Blendbögen und Traufengesimse sind farbig gefaßt.

 St. Johann, Müstair (Graubünden)Spätgotisches Rippengewölbe.

 

Im Gegensatz zum Südannex ist der Nordannex mit Apsidiole erhalten. Vor der Südwand ragt ein rechteckiger spätgotischer Turm auf.

 

Im Norden wird die Kirche bedrängt durch den "Planta-Turm," einen Bau aus dem Jahre 957/58, den die Äbtissin Angelina Planta um 1500 als Wohnturm einrichtete und mit Zinnen versehen ließ.

 

Sie war es auch, die 1492 die flach gedeckte Saalkirche durch den Einbau zweier Säulenreihen zur gotischen Hallenkirche umbaute. Die unter der alten Holzdecke angebrachten Rippengewölbe verringern die Höhe des Raumes und verdunkeln ihn durch teilweise zugemauerte Fenster. Zusätzlich wurde vor der Westwand eine Nonnenempore errichtet, denn aus dem Männerkloster war im 12. Jh. ein Benediktiner Nonnenkloster geworden und ist es noch heute.

 

Der Raumeindruck des karolingischen Baus, ohne störende Säulen und Nonnenempore, ist verloren gegangen. Die architektonischen "Zutaten" aus der Spätgotik stören. Wieviel besser hätte man sich auf die überwältigenden Wandmalereien in einem schlichten, höheren und besser beleuchteten Raum einstellen können?

 St. Johann, Müstair (Graubünden)Teil der Bildtafeln Seitenwand (karolingisch).

 

Wandmalereien

Wie auch immer, die karolingischen und romanischen Wandmalereien lohnen den Besuch dieser 1200 Jahre alten Kirche. Der karolingische ist nach Ehrenfried Kluckert der am besten erhaltene Freskenzyklus dieser Zeit.

 Außer an diesem Ort hat man heute das Erlebnis einer fast gänzlich ausgemalten mittelalterlichen Kirche nur selten, z.B. in Oberzell auf der Reichenau oder in der Basilika in Assisi. Dort sah ich erstmals eine "bunte" Kirche und war irritiert, obwohl der Verstand wußte, daß sich früher praktisch alle mittelalterlichen Kirchen dem Besucher so darstellten. Mein Sehen war geprägt durch die vielen heute steinsichtigen, "nackten" Kirchenräume, in denen nichts von der Architektur ablenkt.

 

St. Johann, Müstair (Graubünden)
Mittelapsis: Christus in der Glorie (karolingisch).

 

In Müstair waren ursprünglich alle Wände bemalt, dazu die Apsiden. Warme rot-braun Töne sind das gemeinsame Merkmal der früher mehr als 80 Bilder.

Leider sind die Bilderfolgen an der Südwand durch Umbauten fast alle zerstört, an der Nordwand teilweise erhalten. Sie berichten vom Leben Jesus Christus.

 St. Johann, Müstair (Graubünden)Fresken in der...

 

Auch an der Westwand ist durch Einbau der Empore und gotischer Fenster viel verloren gegangen, doch ist das Jüngste Gericht noch zu erkennen, nach Hermann Fillitz die älteste Darstellung dieses Themas in der abendländischen Kunst.

 

Gegenüber finden wir u.a. den Thronenden Christus in der Mittelapsis, die Apostel Petrus und Paulus in der Nordapsis. Die hier gezeigte Südapsis ist dem Hl. Stephanus geweiht.

 

St. Johann, Müstair (Graubünden)
...Südapsis.

 

Es ist erschreckend zu sehen, mit welcher Rücksichtslosigkeit im 15. Jh. – aber auch zu anderen Zeiten – umgebaut wurde. Die Wandmalereien waren beim Umbau der Kirche immerhin rund 700 Jahre alt. Gut möglich, daß das der Abtissin Planta unbekannt bzw. gleichgültig war. Wahrscheinlicher, daß sie den alten Bau – zum eigenen Ruhme - "modernisieren" wollte.

 St. Johann, Müstair (Graubünden)Stuckplastik Karls des Großen

 

Die meisten Fachleute sind sich einig, daß die karolingischen Fresken von oberitalienischen Wandermalern geschaffen wurden. Sie sehen vor allem Einflüsse der byzantinischen Kunst und der römischen Antike.

 

Die spätromanischen Malereien des 12. Jh. in den unteren Zonen der Apsiden heben sich bei teilweise gleicher Thematik, höfisch geprägt, deutlich von den karolingischen ab. Es ist interessant, im direkten Vergleich zu sehen, wie sich der Stil nach 400 Jahren verändert hat, entsprechend dem nun "moderneren" Zeitgefühl. Verdeckt von den romanischen Fresken vermutet man noch solche aus der karolingischen Epoche.

 

Im Osten, zwischen Mittel- und Südapsis, betrachtet ein lebensgroßer Karl aus Stuck seit etwa 1165 das Treiben in der von ihm angeregten oder gestifteten Kirche.

 

WELTKULTURERBE DER UNESCO

 

Literatur

Barral i Altet, Xavier, Von der Spätantike bis zum Jahr 1000, in: Frühes Mittelalter, Stierlin, Heinri (Hrsg.), Köln, Benedikt-Taschen-Verlag, 1997

Fillitz, Hermann, Propyläen Kunstgeschichte, Das Mittelalter I, Propyläen-Verlag, Berlin, 1990,

Grodecki, Louis/Wagner, Eva-Maria, Vorromanische Kunst - Monumente des Abendlandes, Busch, Harald/Lohse Bernhard (Hrsg.), Umschau-Verlag, Frankfurt am Main, 1967 Müller,

Kluckert, Ehrenfried, Baustilkunde des romanischen Sakralbaus. In: Die Kunst der Romanik, Toman, Rolf (Hrsg.), Könemann-Verlagsgesellschaft mbH, Köln, 1996

Müller, Iso, Pater, Dr., Weltkulturgut Kloster St. Johann Müstair, Verlag Schnell & Steiner GmbH, Regensburg, 1997

Pintarelli, Silvia Spada, Fresken in Südtirol, Hirma Verlag GmbH, München, 1997

Sennhauser-Girard, M./Sennhauser H.R./Rutishauser, H../Gubelmann, B., Das Benediktinerkloster St. Johann in Müstair, Graubünden,Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern, 1986

 

Eigene Beobachtungen

 

 




 Karolingisch

Torhalle Lorsch

Nicht einmal Ruinen blieben von den meisten der über vierhundert im karolingischen Reich gegründeten Klöster. Ein Juwel unter den wenigen erhaltenen Repräsentationsbauten steht im Odenwald.

 

Tor-Halle Lorsch
Festsaal über offener Halle...

 

Von den wenigen erhaltenen karolingischen Bauten befinden sich allein drei in Südhessen, im Umkreis von ca. 50 km, davon zwei wichtige.

 

Neben der Basilika in Steinbach/Michelstadt ist der zweite Bau die sogenannte Torhalle des ehemaligen Klosters Lorsch. Es ist, zusammen mit Kloster Altenmünster Weltkulturerbe der UNESCO.

 

 

Geschichte, Funktion

Die Quellen geben wenig her zu diesem Bau. Die Bezeichnung "Torhalle", allgemeine Funktion und Datierung werden kontrovers diskutiert.

 

Tor-Halle Lorsch
...reich dekoriert, mit zwei schlichten Treppentürmen.

 

In den mir vorliegenden Texten rücken die meisten Autoren vom Begriff "Torhalle" ab, denn der Bau stand hinter der Klostermauer im Atrium der Kirche. Damit stellt sich wieder die Frage der Funktion. Darüber schweigen die Fachleute entweder oder sie spekulieren in Richtung "Königliche Triumphpforte" oder "Triumphbogen" als Symbol des Sieges über die Sachsen. Dehio vermutet u.a. eine Gerichtsstätte.

 

Einig sind fast alle in der Datierung (um 800). Nur Wolfgang Kaiser sieht 774 als Baujahr.

 

Das um 760 gegründete Kloster war bedeutend und durch Schenkungen reich geworden. Ludwig der Deutsche, dessen Sohn und Enkel fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Heute steht von der ehemals großen Anlage fast nur noch die Halle, einsam und prächtig.

 

Das Bauwerk ist in der karolingischen und romanischen Architektur einzigartig, jedenfalls nördlich der Alpen. Beim ersten Anblick ist man versucht, es als "antik" abzuhaken. Es erinnert schon sehr an römische Triumpharchitektur, obwohl dort der mittlere Bogen größer und der Durchgang gewölbt war. Manche Experten sehen auch andere Einflüsse.

 

Architektur, Dekoration

Der Bau als solcher ist schnell erfaßt. Eine rechteckige offene Durchgangshalle wird von 2 Arkaden mit je 3 großen Rundbogen-Öffnungen zwischen kräftigen Pfeilern mit vorgesetzten Halbsäulen begrenzt.

 

Tor-Halle Lorsch
Offene Halle mit Balkendecke

 

Darüber liegt ein niedriger Saal, mit einer Halbtonne geschlossen, die eine frühere Flachdecke bzw. einen offenen Dachstuhl ersetzte. Das heutige gotische Steildach stammt vom Ende des 14. Jh.. Der Zugang zum Saal ist durch 2 Treppentürme möglich, von denen der nördliche 1935 erneuert wurde.

 

Leider war bei meinem Besuch keine Besichtigung möglich. Die Wände des 10 x 7 m großen Raumes sind neben Fresken aus dem 14. Jh. mit Resten von Scheinarchitektur geschmückt, die wahrscheinlich karolingisch sind. Damit ist der Saal eines der ganz wenigen erhaltenen Beispiele von "Innenarchitektur" damaliger Repräsentationsräume. Jean Hubert schlägt eine Funktion als Empfangsraum des Kaisers oder als Audienzhalle des Abtes vor. Dethard von Winterfeld kommt auch eine germanische Königshalle, wie im asturischen Oviedo in den Sinn.

 

Der Raum diente auch als Kapelle. Ob sie dem Erzengel Michael geweiht war, oder der Muttergottes, wie Dehio berichtet, sei dahingestellt.

 

Zur Außen-Dekoration fiel mir zuerst die Farbigkeit auf. Hier hat sie sich, im Gegensatz zu anderen mittelalterlichen Gebäuden erhalten, weil die Steine der Verkleidung nicht bemalt sondern "durchgefärbt" sind. Der schon zitierte Wolfgang Kaiser fühlt sich an Byzanz erinnert.

 

Ich besuchte später die merowingischen Krypten in Jouarre (Champagne) und fand eine ähnliche Mauer, wenn auch längst nicht so gut erhalten.

 

Tor-Halle Lorsch
Dreiecksgiebel, kannelierte Pilaster.

 

Die intensive Beschäftigung mit diesem Bau zeigte mir wieder einmal, wie oberflächlich ich sehe. Obwohl auf Fotos oft und auch im Original betrachtet, fiel mir erst spät auf, daß die bunten Zierplatten in systematischer Folge angebracht sind: Quadrat, Raute, Sechseck (von unten nach oben).

 

Die reiche Dekoration beginnt im Untergeschoß u.a. mit Kapitellen, deren Qualität sehr gelobt wird und die jedenfalls keine Spolien sind.

 

Tor-Halle Lorsch
Akanthus-Kapitell auf Pilaster.

 

Auffällig am oberen Bau sind die vorgeblendeten spitzen Dreiecksgiebel auf kannelierten Pilastern mit flachen Kapitellen - eine ungewöhnliche Kombination. Normalerweise würde man Rundbögen oder Architrave erwarten. Einige Autoren sehen altchristliche Sarkophage als Vorlage. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, daß hier eine Gliederung des damals noch vorherrschenden Holzbaus übernommen wurde (Spitzgiebel). Kubach weist auf Earl's Barton hin. Der dortige Turm zeigt außen ähnliche Spitzgiebel-Ornamente. Für Albrecht Haupt sind sie, wie könnte es anders sein, germanischen Ursprungs. Überhaupt wird in der Literatur zu frühmittelalterlichen Steinbauten den Zierformen des Holzbaus zu wenig Beachtung geschenkt ist.

 

Die Halle ist alles in allem ein ungewöhnliches Beispiel karolingischer Architektur, originell und fremdartig in dieser Region.

 

Unesco Weltkulturerbe

 

 

Literatur:

Barral i Altet, Xavier, Von der Spätantike bis zum Jahr 1000, in: Frühes Mittelalter, Stierlin, Heinri (Hrsg.), Köln, Benedikt-Taschen-Verlag, 1997

Dehio, Georg, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen, Bearbeitung: Backes, Magnus, Deutscher Kunstverlag, München, 1982,

Fillitz, Hermann, Das Mittelalter I, in: Propyläen Kunstgeschichte, Propyläen-Verlag, Berlin, 1990,

Grodecki, Louis/Wagner, Eva-Maria, Vorromanische Kunst - Monumente des Abendlandes, Busch, Harald/Lohse Bernhard (Hrsg.), Umschau-Verlag, Frankfurt am Main, 1967

Haupt, Albrecht, Kunst und Baukunst der Germanen, Leipzig, Reprint-Verlag, Reprint der Originalausgabe von 1909

Hubert, Jean/Porcker, J./Volbach, W.F., in: Universum der Kunst – Die Kunst der Karolinger, Malraux, André/Parrot, Andrè (Hrsg.), Verlag C. Beck, München, 1969  

Kaiser, Wolfgang, Romanische Architektur in Deutschland, in: Romanik, Die Kunst der Romanik, Hrsg. Toman, Rolf, Könemann-Verlagsgesellschaft mbH, Köln, 1996

Kiesow, Gottfried, Romanik in Hessen, Konrad Theiss Verlag GmbH., Stuttgart 1998,

Kiesow, Gottfried, MONUMENTE – Magazin für Denkmalkultur in Deutschland, 13. Jahrgang, Nr. 9/10,

Kubach, Hans Erich, Architektur der Romanik, in: Weltgeschichte der Architektur, Nervi, Pier Luigi (Hrsg.), Belser Verlag, Stuttgart, 1974

Winterfeld, von, Dethard, Romanik am Rhein, Stuttgart, Konrad Theiss Verlag, 2001

 

Eigene Beobachtungen




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